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2 (1890)
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erklärte der Manchester Guardian : Die Bemühungen derArbeiter durch Verbündung ihre Lebenshaltung zu erhöhen,seien im allgemeinen Interesse, weil sie den einzig möglichenDamm zögen gegen das Meer des Pauperismus.

Massenversammlungen über ganz England, wie in Amerika und Australien erklärten sich zu ihren Gunsten. ZahlreicheZeitungen eröffneten Sammlungen für sie. Lehrreich ist dieDurchsicht dieser Subskriptionslisten. Da waren es zunächstzahllose Arbeitervereine aller Art, welche beisteuerten (dieSetzer 10000 Mark, die Maschinenbauer 14000), daneben Pri-vatpersonen aller Gesellschaftsklassen. Selbst von Aktionärender Dockgesellschaften gingen Beiträge ein. Besonders be-teiligte sich auch die Aristokratie des Landes. Ein Wohlthäter,der jedenfalls nicht den arbeitenden Klassen angehörte, zeich-nete 40000 Mark, ohne dafs mehr als die Anfangsbuchstabenseines Namens bekannt wurden. Besonders flofsen namhafteSummen aus Australien . In erster Linie beteiligten sich auchdort die Gewerkvereine. Dafs es aber nicht die Arbeiter alleinwaren, zeigen folgende Thatsachen. Die Mitglieder des damalstagenden Parlamentes von Victoria veranstalteten unter sicheine Sammlung; der Premierminister von Tasmania sandteeinen Check von 14000 Mark. Wie verfehlt demgegenüberdie Annahme war, dafs der Dockarbeiterausstand ein Unter-nehmen der festländischen Socialdemokratie sei, beweist derUmstand, dafs vom europäischen Kontinente nicht mehr als2000 Mark kamen, wovon Deutschland die Hälfte, Frankreich und Belgien je ein Viertel aufgebracht hatten.

Über die Höhe der Gesamtsumme sind nur Sehätzungenmöglich. Bedeutende Unterstützungssummen seitens solcher,die sich scheuten zur Unterstützung des Ausstandes direktbeizutragen, kamen nämlich mittelbar den hungernden Weibernund Kindern zu Gute. Die Gemeindegeistlichen, wohlthätige