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2 (1890)
Seite
446
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errichtete in Whitechapelstreet eine Niederlage von Nahrungs-mitteln, aus welcher zeitweise täglich gegen lOOOO Personengespeist wurden. Alle diese Bestrehungen in gewöhnlichenZeiten ein wenig erfreulicher Anblick, weil sie den Armennoch tiefer herabdrücken waren damals von dem Gedankengetragen, dafs, wenn es möglich sei, den Docker einige Wo-chen vor dem Verhungern zu schützen, er in Zukunft sichund seine Familie in anständiger Weise würde selber durch-schlagen können.

Eine weitere Aufgabe der Führer bestand in der Orga-ganisierung eines Postendienstes zu Wasser wie zu Lande,um etwa von anderwärts herbeigezogene Arbeiter von demAusstande zu benachrichtigen und zur Umkehr zu bewegen.5000 Posten cernierten Tag und Nacht die Docks. DerPostendienst war militärisch organisiert. Für jeden Quai warein Anführer ernannt und Ablösung vorgesehen. Ruhige, ent-schlossen aussehende Gesellen diese Posten, vielfach mit denSpuren des Hungers in den Zügen. Vergewaltigungen derBlacklegs", d. h. derer, die trotz des Ausstandes zur Arbeitgingen, waren äufserst selten; wo sie vorkamen, wurden sieallgemein als unvernünftig und schädlich verurteilt. DieserMäfsigung der Docker Leuten gegenüber, welche aus ihrerNot Vorteil zogen und die Zeit des Hungerns für sie ver-längerten, entsprach die Bereitwilligkeit, mit der fast alleeigentlichen Arbeiter, welche z. B. aus Liverpool, Southhamp-ton verschrieben waren, nach Hause zurückkehrten. Aufsereiner Zahl von farbigen Arbeitern sollen zuletzt lediglichzwei Arten vonBlacklegs" in den Docks thätig gewesensein: diegentlemen-blacklegs", d. h. Herren des Kaufmann-standes , Schreiber, Commis etc., welche in Lawn-Tennisan-zügen und Glacehandschuhen die dringlichste Arbeit besorgtenund Angehörige jener tiefsten Schicht der Gesellschaft, welche