— 447 —
unter dem eigentlichen Arbeiter steht, und die als „criminal-blacklegs" von den Ausständigen bezeichnet wurden.
Die engen, gewundenen Strafsen am Flusse, die sonstununterbrochen von Lastwagen dröhnen, lagen nun einsam.An den Strafsenecken sah man hier und da einen Truppschweigsamer Posten der Arbeiter oder Patrouillen von Poli-zisten. Jedes Gefährt hallte weithin über das Pflaster;wenn im Insassen einer der Anführer erkannt wurde, welcherden Postendienst kontrollierte, antworteten laute Beifallsrufeder Arbeiter. Auch in das Innere der Docks hinein wagtensich die Spione der Ausständigen als ländliche Tagelöhneroder Schreiber verkleidet. Während die Dockgesellschaftensich stellten, als sei alle Schwierigkeit überwunden, belehrteein solcher Besuch, dafs sie nicht einmal imstande waren, dieNeuseeländer Dampfer mit gefrorenem Fleisch zu entladen.
Wir sahen, wie die Dockgesellschaften zunächst in derMeinung, dafs nach wenigen Tagen die Arbeiter wieder durchden Hunger zurückgetrieben werden würden, ihre Forderungenrundweg abschlugen. Sobald jedoch die Ausdehnung des Aus-standes klar wurde, gaben sie in allen Punkten, bis auf die ge-forderte Lohnerhöhung von 5 auf 6 Pence die Stunde, nach.Hierum drehte sich thatsächlich der Kampf. Der „Tanner",wie man diesen Lohnsatz nannte, wurde der Gegenstand einerpopulären Augenblickspoesie — sehr zum Erstaunen ins-besondere der französischen Berichterstatter, welche hier einhauptstädtisches Proletariat nicht für revolutionäre Schlag-wörter, sondern für einen Lohnsatz sich begeistern sahen.
Die Hartnäckigkeit der Gesellschaften in dieser Fragewar auf ihre schlechte Lage zurückzuführen. Die ost- undwestindischen Docks zahlten zur Zeit des Ausstands keineDividende, waren mit ihren Zinszahlungen im Rückständeund standen unter Aufsicht des Konkursgerichtes. Auch die