Druckschrift 
2 (1890)
Seite
453
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Volkswirtschaftlich betrachtet gleicht der Ausstand derDockarbeiter darin ähnlichen Kämpfen der gelernten Arbeiter,dafs auch er lediglich auf die Machtfrage hinauslief. Aberbis vor kurzem wäre es als widersinnig erschienen von einerMachtfrage zwischen den mächtigen Gesellschaften und derbunt zusammengewürfelten Menge zu sprechen. Die Machtder letzteren beruhte im vorliegenden Fall nicht sowohl aufihrer eigenen Stärke als auf der Solidarität der Arbeit undder Stellungnahme der öffentlichen Meinung. Diese Ver-schiedenheit gesetzt, hatte der Ausstand auch darin Ähnlich-keit mit dem Vorgehen der gelernten Arbeiter, dafs in ihmjene beschränkte Interessengemeinschaft zwischen Arbeiterund Unternehmer sich geltend machte, welche dem Arbeiterverbietet, seine Forderungen zu gegebener Zeit über einen ge-wissen Punkt hinaus zu spannen. Die Ausstandskasse warnoch wohl gefüllt, als die Führer zur Nachgiebigkeit be-ziehentlich des Zeitpunktes rieten. Denn bei Verlängerungdes Kampfes hatten die Arbeiter zu fürchten, durch Ver-scheuchung des Handels von London sich selbst zu schaden.Weitergehende Erfolge der Londoner Arbeiter waren ebennicht möglich, bevor nicht die der anderen englischen Häfenund womöglich Antwerpens nachgefolgt waren. Freilich warendie Massen weit entfernt, diese Notwendigkeit einzusehen.Besonders empörte man sich dagegen, diejenigen, welchewährend des Ausstandes die Plätze der regelmäfsigen Dock-arbeiter eingenommen hatten, nun als Genossen zu behan-deln. Infolgedessen kam es in den ersten Tagen zu bedenk-lichen Reibungen. Auch diese Schwierigkeiten beseitigteJohn Burns. Er stellte den Arbeitern vor, dafs ihr Erfolgnur dann das Vorspiel gröfserer Erfolge sein könne, wennsie zur Zeit mit Mäfsigung und Besonnenheit vorgingen. DieBlacklegs" würden zudem von selbst bald dem Gewerkverein