Manifest wendet sich in erster Linie gegen die tiberlangeArbeitszeit. Bisher habe man um Beseitigung der Beschwer-den gebeten; nun, da dieses erfolglos geblieben sei, wolle manden einzigen Weg beschreiten, der zum Ziele führe, den derSelbsthülfe durch Yerbündung. Man fordere alle Berufs-genossen auf, sich dem stets wachsenden Heer der organi-sierten Arbeit und damit der Sache der Menschheit anzu-schliefsen. Sodann rufe man die öffentliche Meinung an,den jungen Gewerkverein zu stützen, der ja äufserst be-scheidene Forderungen, einen zwölfstündigen Arbeitstag, auf-stelle. Die Antwort der Arbeitgeber war zunächst die gewöhn-liche, insbesondere ungelernten und verachteten Arbeiterngegenüber. Zwar konnte man der Abordnung, welche voneinem Geistlichen geführt war, nicht schlechthin Gehör ver-sagen. Aber der Beitritt zum Vereine wurde wiederholt mitsofortiger Entlassung bestraft. Erst als die öffentliche Mei-nung sich der Bewegung ernstlich annahm, liefs man sich zueinigen Zugeständnissen herbei: so bewilligten einige Gesell-schaften den zwölfstündigen Arbeitstag. Die Schwierigkeitaber, auf dem Wege der Verbündung vorzugehen, legt Mei-den Gedanken einer Schutzgesetzgebung besonders nahe.Wirksamer noch dürfte den Londoner Tramwayangestelltendurch Municipalisierung der Betriebe geholfen werden, fürdie sich Lord Kosebery, der Vorsitzende des Londoner Graf-schaftsrates, ausgesprochen hat. In Glasgow hat die Stadt-behörde die Pferdebahnen übernommen und zehnstündige Ar-beitszeit eingeführt.
Bei den im Kleinbetriebe stehenden Arbeitern finden wir,dafs die Anerkennung der Gewerkvereine seitens der Arbeit-geber geringeren Schwierigkeiten begegnet als bei grofsen,mit den Arbeitern völlig aufser Berührung stehenden Aktien-gesellschaften. Der Gewerkverein der Kellner wurde von