arbeiterausstande aus. Seine Führer stehen der WomensTrades Association nahe, welche aber keineswegs auf Arbei-terkreise beschränkt ist. Vielmehr findet man auch hierjenes merkwürdige Zusammenwirken aller Stände. So führtein der ersten grofsen Versammlung von Arbeiterinnen, welcheim Ostend abgehalten wurde, der Bischof von Bedford denVorsitz; in der Eröffnungsrede wies er darauf hin, dafs esnicht Wohlthätigkeit sei, was not thue, sondern Gerechtigkeit;diese aber könnten die Arbeiterinnen allein durch Verbün-dung sich verschaffen. Neben ihm war John Burns derHauptredner. Der Grund seiner Anwesenheit sei das Gefühldessen, was er seiner Mutter verdanke, welche gehungerthabe, um ihre Kinder aufzuziehen. Ihr verdanke er, dafs ersich der Mäfsigkeitsbewegung angeschlossen habe, dafs er Bil-dung sich habe aneignen können, ihr aber auch, dafs er denKampf gegen die „vermeidbare Armut" sich zur Lebensauf-gabe gemacht habe, in welcher Eigenschaft er bereits beifünfzehn Gewerkvereinsbildungen beteiligt gewesen sei. Aberder Organisierung der Londoner Frauenarbeit sei an Wichtig-keit höchstens die der Dockarbeiter gleich. MerkwürdigesSchauspiel, denjenigen Arbeiterführer, welcher der Mehr-heit der gelernten Arbeiter zu radikal ist, in friedlicher Zu-sammenarbeit mit einem Bischof der Staatskirche, Geistlichenund Damen der ersten Gesellschaftskreise, die Besserung desLoses der Londoner Arbeiterinnen in die Hand nehmen zusehen.
Das Gegenstück war eine in Picadilly ebenfalls von derWomens Trades Association zusammenberufene Versammlung,welche die Damen des Westends mit der Bewegung bekanntmachen sollte. Lord Dunraven führte den Vorsitz, nach ihmsprach der Bischof von Bedford, sodann Mrs. Briant, dieSchriftführerin des Vereins der Cigarrenarbeiterinnen. Am