— 484 —
die Führung der heute untersten Schicht der Arbeiterklassezu gröfserem Anteil an unserer Kultur übernehmen, denFortbestand und das weitere Fortschreiten dieser zu sichern.
„Wie wenig aber aus der Thatsache , dafs die Führer derneuen Bewegung noch heute einem sehr weitgehenden Pro-gramme huldigen, auf eine Gefährdung des socialen Friedens zuschliefsen ist, mögen folgende Äusserungen darthun. Als ichBums ein andermal fragte, ob er denn bereit sei, für Verstaat-lichung aller Produktionsmittel einzutreten, gab er die sehrverständige Antwort: „Ob einmal alle Produktionsmittel ver-staatlicht werden oder nicht, weifs ich nicht. Dies hängt von Ent-wickelungen ab, auf die ich einflufslos bin. Was in dieser Bezie-hung kommen soll, wird kommen, einerlei ob ich dafür oderdagegen bin. Jetzt aber gilt es, dafür zu sorgen, dafs den armenUngelernten geholfen wird." Und Champion, ein andererFührer des äufsersten linken Flügels, äufserte mir: „Ichwerde alles für die Arbeiter thun, um sie in die Höhe zubringen, aber unter der einen Bedingung, die ich stets nach-drücklichst betone: sie dürfen sich gegen unsere Verfassungnicht auflehnen. Unsere Verfassung giebt ihnen die Möglich-keit, alles zu erreichen, von dessen Güte sie die Mehrheitüberzeugen können. Wenn aber eine Minderheit Anstaltenmachte, diese Mehrheit zu vergewaltigen, so würde ich sie,wie Ihr Kaiser gesagt hat, zerschmettern. Dieses Wort vonihm hat mir gefallen. Ich würde alles für die Arbeiter thun;aber wenn sie die Ordnung vergewaltigen wollten, würdeich sie zerschmettern."
„So habe ich denn den Eindruck aus England mit fort-genommen, dafs die Gefahr einer socialen Devolution dortnicht besteht. Die neue Gewerkvereinsbewegung, weit ent-fernt, dieselbe hervorzurufen, erscheint, so toll sie sich viel-leicht da oder dort noch gebehrden wird, vielmehr geeignet,