— 483 —
•weiblichen Arbeitern. Und während so von der einen Seitedie Hand geboten wird, die Kluft, welche heute unstreitig nochalte und neue Gewerkvereine trennt, zu überbrücken, ist beiden Führern der neuen bereits das Bewufstsein entstanden,dass die Versöhnung im beiderseitigen Interesse liege- Dennwie ich in eingehender Erörterung mich überzeugt habe, er-kennen sie, dafs alles, was die englische Arbeiterklasse er-reicht hat, gefährdet wäre, wenn es den Arbeitgebern gelängedie einen Organisationen gegen die anderen auszuspielen.Daher auch die Erkenntnis, dafs es nötig ist, von allzuExtremem sich fernzuhalten.
„Nicht als ob ich glaubte, dafs jemals die Politik deralten und neuen Gewerkvereine völlig identisch sein werde.Dazu gehen die Interessen beider in vielen wichtigen Punktenzu weit auseinander. Auch werden die starken Gewerkvereineder gelernten Arbeiter stets mehr für Selbsthülfe sein, weil siedieselbe einerseits als ausreichend erkannt haben, andererseitsund vor allem die Regelung der Arbeitsbedingungen da-bei mehr in der eigenen Hand behalten; die ungelerntenArbeiter dagegen, deren Organisationen stets weit schwächersein werden, werden deshalb stets mehr vom Staate verlangen.Bei der ungemein individualisierenden Art, wie man in Eng-land Gesetze macht, wäre es deshalb denkbar, dass für letz-tere in manchen Beziehungen Gesetze gemacht würden, welchefür die gelernten Arbeiter keine Gültigkeit hätten. Alleinder sociale Friede wird über all dies voraussichtlich nie ge-stört werden.
„Ein Hauptverdienst dürfte dabei dem Umschwung in demGedankengang der höheren Klassen zufallen, der seit Carlyleeingetreten ist. Denn wie in der Vergangenheit, sehen wirsie auch in dieser Frage vermittelnd und erziehend thätig,
und so dürfte es ihnen auch diesmal gelingen, indem sie
31*