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2 (1890)
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der Arbeiter angehe, so verfolgte sie gleich den Gewerkverein-lern stets nur den nächsten erreichbaren Vorteil.

Die alten Gewerkvereine aber sind aufs äufserste gegendas von Burns entwickelte radikale Programm. Es ist dies einPunkt, wo sie sich noch heute zu den heftigsten Ausfällen ver-steigen. So sagte mir eine der mafsgebendsten Persönlich-keiten unter den Führern der gelernten Arbeiter in Manchester :Wir sind aufs heftigste gegen diese übertriebenen Municipali-sierungs- und Verstaatlichungspläne. Wir sind für privatesSondereigentum. Unsere Vereine haben sehr grofses Eigen-tum ; ebenso haben unsere Mitglieder aus den Löhnen, die ihnenunsere Vereine verschafft haben, mittelst der Baugenossen-schaften Häuser und mittelst der Aktiengesellschaften undKooperativvereine Aktien von Fabriken erworben. Wederunsere Vereine noch unsere Mitglieder wollen dies aufgeben,und wir sind bereit, für die bestehende Staats- und Gesell-schaftsordnung mit den Waffen in der Hand zu kämpfen, wennjene (und hier kam eine wenig höfliche Bezeichnung) sie an-greifen sollten. Nebenbei bemerkt, gewifs eine wohl zubeachtende Thatsache , dafs diese Gewerkvereine, die noch vorvierzig Jahren mit Vitriol und Mord kämpften und als diegröfste Gefahr für Staats- und Gesellschaftsordnung betrachtetwurden, heute eine mächtige Schutzwehr des Bestehenden ge-worden sind!

Andererseits beginnen die alten Gewerkvereine zu er-kennen, dafs es ihre Schuld ist, wenn die ungelernten Arbeiterdiesen radikalen Programmen zustimmen, indem sie es unter-lassen haben, sie rechtzeitig zu organisieren und durch solchegeeignete Fürsorge Einfluss auf sie zu gewinnen. DerselbeFührer, dessen Worte ich soeben angeführt habe, hat mitanderen seinesgleichen es bereits unternommen, dies nachzu-holen. Das Gleiche geschieht anderwärts und ebenso mit den