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2 (1890)
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es Burns nicht angenehm sein würde, sie weiter fortzuführen,und für mich wurde sie uninteressant, da sie in Zukunftsmusikauszuklingen begonnen hatte. Denn kein Zweifel, dafs nochmanche Betriebszweige ohne Schädigung der Produktionmunicipalisiert oder verstaatlicht werden können; kein Zweifelaber auch, dafs es sehr viele Betriebe giebt, bei denen diesniemals der Fall sein kann.

Es entsteht nun die Frage: wenn das Programm derneuen Gewerkvereinsbewegung an seiner Undurchführbarkeitan diesem Punkte scheitert, ist dann eine sociale Revolutionzu erwarten?

Hier ist der Punkt, wo die Stellung der ungelerntenArbeiter zur socialrevolutionären Partei, sowie die Haltungder alten Gewerkvereine und der Gebildeten zu diesen Problemeneine erhöhte Bedeutung erlangen.

Ich habe oben wiederholt betont, dafs während der letzten

18 Jahre die socialdemokratischen Lehren in England Wurzel

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gefafst hätten unter den Gebildeten, aber nicht unter den Ar-beitern. Dies trat mir nicht nur aus deren Kreisen selbst ent-gegen, sondern wurde mir auch von Harrison betont, der, wennauch ein Gegner des Socialismus, doch der Schriftsteller ist,der zuerst seine mächtige Feder in den Dienst der neuenGewerkvereinsbewegung gestellt hat. Ja selbst Geistliche imOstend von London , die sich selbst Socialdemokraten nennen,gaben zu, dafs es Socialdemokraten unter den Arbeitern nurspärlich, im Osten von London und in Newcastle , gebe, unddasselbe bestätigte mir ehrlich und offen auch H. H. Champion,der, wenn er auch die Verstaatlichung aller Produktionsmittelzurückweist, sich doch sonst als gläubigen Marxisten bekennt.Ja er erklärte mir, dafs selbst Tom Mann , der radikale Prä-sident des Vereins der Docker, trotz alles Socialismus durchund durch in Gewerkvereinsideen lebe; und was die Masse

v. Schulze-Gaevernitz, Zum soc. Frieden. II.

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