27
stellen. Damit meine ich nicht Verschiebungen oder Fälschungen, dieetwa der Affekt in das Erkenntnisbild bringt. Denn dies verbleibt dochimmer auf dem Gebiet der Vorstellung und innerhalb der intellektuellenKategorien, wie sich auch ihr Inhalt modifiziere. Es ist aber eine vomGrund her andere Art, in der der geliebte Mensch für uns Objekt ist,als der intellektuell vorgestellte, er bedeutet, trotz aller logischenIdentität für uns etwas anderes, ungefähr, wie der Marmor der Venusvon Milo für den Kristallographen etwas anderes bedeutet, als für denÄsthetiker. So kann ein Seinselement, gewissen Bestimmtheiten nachals »eines und dasselbe« rekognosziert, uns auf die ganz verschiedenenWeisen: des Vorstellens und des Begehrens, zum Objekt werden. Inner-halb jeder dieser Kategorien hat die Gegenüberstellung von Subjekt undObjekt andere Veranlassungen und andere Wirkungen, so dafs es nurzu Verwirrungen führt, wenn man die praktische Beziehung zwischendem Menschen und seinen Objekten vor diejenige Art der Alternativezwischen Subjektivität und Objektivität stellt, die nur auf dem Gebietder intellektuellen Vorstellung gelten kann. Denn wenn der Wert einesGegenstandes auch nicht in demselben Sinne objektiv ist, wie seine Farbeoder seine Schwere, so ist er darum noch keineswegs in dem, diesel -Objektivität entsprechenden Sinne subjektiv; eine solche Subjektivitätkommt vielmehr etwa einer Färbung zu, die durch Sinnestäuschung ent-springt , oder irgend einer Qualität des Dinges, die ein fehlerhafterSchlufs ihm beilegt, oder einem Sein, dessen Realität uns ein Aberglaubesuggeriert. Das praktische Verhältnis zu den Dingen dagegen erzeugteine ganze andere Art von Objektivität: dadurch dafs die Umstände derWirklichkeit den Inhalt des Begehrens und Geniefsens von diesem sub-jektiven Geschehen selbst abdrängen und damit für sie die eigentümlicheKategorie erzeugen, die wir ihren Wert nennen.
Innerhalb der Wirtschaft nun verläuft dieser Prozefs so, dafs derInhalt des Opfers oder Verzichtes, der sich zwischen den Menschen undden Gegenstand seines Begehrens stellt, zugleich der Gegenstand desBegehrens eines Anderen ist: der erste mufs auf einen Besitz oder
Genufs verzichten, den der andere begehrt, um diesen zum Verzicht aufdas von ihm Besessene, aber von jenem Begehrte zu bewegen. Ich werdezeigen, dafs auch die Wirtschaft des isolierten Eigenproduzenten sich aufdieselbe Formel reduzieren läfst. Es verschlingen sich also zwei Wert-bildungen ineinander, es mufs ein Wert eingesetzt werden, um einenWert zu gewinnen. Dadurch verläuft die Erscheinung so, als ob dieDinge sich ihren Wert gegenseitig bestimmten. Denn indem sie