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stellt es in eine andere Ordnung. Indem es die fragliche Relation mitihren praktischen Konsequenzen verkörpert, erhält es selbst einen Wert,mit dem es nicht nur in das Tauschverhältnis zu allen möglichen kon-kreten Werten tritt, sondern mit dem es auch innerhalb jener ihmeigenen, jenseits der Konkretheit stehenden Ordnung Relationen unterseinen Quanten anzeigen kann. Das eine Quantum bietet sich als gegen-wärtiges, das andere als versprochenes, das eine als in dem einen Bezirkakzeptiertes, das andere in einem anderen — dies sind Modifikationen,die zu gegenseitigen Wertrelationen führen, völlig unbeschadet der Tat-sache, dafs das Objekt, an dessen Teilquanten sie Vorgehen, als Ganzesselbst die Relation zwischen Objekten von andersartiger Wertbedeutungdarstellt.
Aus jener Doppelheit seiner Rollen — aufserhalb und innerhalb derReihen der konkreten Werte — gehen, wie gesagt, unzählige Schwierig-keiten in der praktischen wie in der theoretischen Behandlung desGeldes hervor. Insoweit es das Wertverhältnis der Güter untereinanderausdrückt, sie mifst und austauschen hilft, tritt es zu der Welt der direktnutzbaren Güter als eine Macht ganz anderer Provenienz hinzu, sei esals schematischer Mafsstab jenseits aller Greifbarkeiten, sei es alsTauschmittel, das sich zwischen diese letzteren aber nur schiebt, wieder Lichtäther zwischen die Ponderabilien. Damit es aber diese Diensteleisten kann, die auf seiner Stellung aufserhalb aller sonstigen Güter be-ruhen, ist es anfänglich, und dadurch, dafs es sie leistet, ist es schliefs-lich selbst ein konkreter oder singulärer Wert. Hiermit steigt es indie Verkettungen und Bedingungen der Reihe hinab, der es doch zu-gleich gegenübersteht: es wird von Angebot und Nachfrage in seinemWerte abhängig, seine Produktionskosten üben einen (wenngleich mini-malen) Einflufs auf diesen aus, es tritt in verschiedenwertigen Qualitätenauf usw. Die Verzinsung ist ein Ausdruck dieses Wertes, der ihm alsTräger seiner Funktionen zukommt. Oder von anderem Standpunkt herangesehen: die Doppelrolle des Geldes ist, dafs es einerseits die Wert-verhältnisse der austauschenden Waren untereinander mifst, andrerseitsaber selbst in den Austausch mit ihnen eintritt und so selbst eine zumessende Gröfse darstellt; und zwar mifst es sich wiederum einerseitsan den Gütern, die seine Gegenwerte bilden, andrerseits am Gelde selbst;denn nicht nur wird, wie oben schon hervorgehoben war, das Geld selbstmit Geld bezahlt, was das reine Geldgeschäft und die zinsbare Anleiheausdrücken, sondern das Geld des einen Landes wird, wie die Valuta-verschiebungen zeigen, zum Wertmesser für das Geld des anderen.Das Geld gehört also zu denjenigen normierenden Vorstellungen, die