Zweites Kapitel.
Der Substanzwert des Geldes.
i.
Die Diskussion über das Wesen des Geldes wird allenthalben vonder Frage durchzogen: ob das Geld, um seine Dienste des Messens,Tauschens, Darstellens von Werten zu leisten, selbst ein Wert sei undsein müsse, oder ob es für diese genüge, wenn es, ohne eigenen Sub-stanzwert, ein blofses Zeichen und Symbol wäre, wie eine Rechenmarke,die Werte vertritt, ohne ihnen wesensgleich zu sein. Die ganze sach-liche und historische Erörterung dieser, in die letzten Tiefen der Geld-und Wertlehre hinunterreichenden Frage würde sich erübrigen, wenn einoft hervorgehobener logischer Grund sie von vornherein entschiede. EinMefsmittel, so sagt man, mufs von derselben Art sein, wie der Gegen-stand, den es mifst: ein Mafs für Längen mufs lang sein, ein Mals fürGewichte mufs schwer sein, ein Mafs für Rauminhalte mufs räumlichausgedehnt sein. Ein Mafs für Werte mufs deshalb wertvoll sein. Sobeziehungslos zwei Dinge, die ich aneinander messe, auch in allen ihrensonstigen Bestimmungen sein mögen — in Hinsicht derjenigen Qualität,in der ich sie vergleiche, müssen sie übereinstimmen. Alle quantitativeund zahlenmäfsige Gleichheit oder Ungleichheit, die ich zwischen zweiObjekten aussage, wäre sinnlos, wenn sie nicht die relativen Quantitäteneiner und derselben Qualität beträfe. Ja, diese Übereinstimmungin der Qualität darf nicht einmal eine allzu allgemeine sein; man kannz. B. die Schönheit einer’ Architektur nicht der Schönheit eines Menschen
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gleich oder ungleich grofs setzen, obgleich in beiden doch die einheitlicheQualität »Schönheit« ist, sondern nur die speziellen architektonischenoder die speziellen menschlichen Schönheiten ergeben je untereinander dieMöglichkeit eines Vergleichs. Wenn man aber doch eine Vergleich-barkeit, bei völligem Mangel jeder gemeinsamen Eigenschaft, in der