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Reaktion erblicken wollte, die das empfindende Subjekt an die Gegen-stände knüpft; wenn die Schönheit des Gebäudes und die Schönheit desMenschen vergleichbar sein sollen nach dem Mafs von Beglückung, daswir bei der Betrachtung des einen und der des anderen empfinden: sowürde auch hier, unter abweichendem Scheine, eine Gleichheit vonQualitäten ausgesprochen sein. Denn die Gleichheit der Wirkung, andemselben Subjekt hervortretend, bedeutet unmittelbar dieGleichheit der Objekte in der hier fraglichen Beziehung. Zweivöllig verschiedene Erscheinungen, die demselben Subjekt die gleicheFreude bereiten, haben unter aller ihrer Verschiedenheit eine Gleichheitder Kraft oder des Verhältnisses zu jenem Subjekt, wie ein Windstofsund eine menschliche Hand, wenn sie beide einen Baumzweig brechen,unter aller Unvergleichbarkeit ihrer Qualitäten, dennoch eine Gleichheitder Energie beweisen. So mag der Geldstoff und alles, dessen Wertman mit ihm mifst, einander ganz unähnlich sein, aber in dem Punkte, dafsbeide Wert haben, müssen sie übereinstimmen; und selbst wenn derWert überhaupt nichts anderes ist, als ein subjektives Fühlen, mit demwir auf die Eindrücke der Dinge antworten, so mufs wenigstens die-jenige — wenngleich nicht isolierbare — Qualität, durch welche sie über-haupt sozusagen auf den Wertsinn der Menschen wirken, bei beiden die-selbe sein. So soll wegen der Tatsache, dafs es mit Werten verglichenwird, d. h. in eine quantitative Gleichung mit ihnen eintritt, das Geld dieWertqualität nicht entbehren können.
Dieser Überlegungsreihe stelle ich eine andere mit abweichendemResultate gegenüber. Wir können allerdings in dem obigen Beispiel dieKraft des Windes, der den Baumzweig bricht, mit der der Hand, diedasselbe tut, nur insofern vergleichen, als diese Kraft in beiden quali-tativ gleich vorhanden ist. Allein wir können die Kraft des Windesauch an der Dicke des Zweiges messen, den er geknickt hat. Zwardrückt der geknickte Zweig nicht an und für sich schon das Energie-quantum des Windes in demselben Sinne aus, wie der Kraftaufwand derHand es ausdrücken mag; allein das Stärke Verhältnis zwischen zweiWindstöfsen und damit die relative Stärke des einzelnen ist wohl daranzu messen, dafs der eine einen Zweig zerbrochen hat, den der anderenoch nicht verletzen konnte. Und ganz entscheidend scheint mir dasfolgende Beispiel. Die ungleichartigsten Objekte, die wir überhauptkennen, die Pole des Weltbildes, die aufeinander zu reduzieren wederder Metaphysik noch der Naturwissenschaft gelungen ist — sind materielleBewegungen und Bewufstseinserscheinungen. Die reine Extensität dereinen, die reine Intensität der anderen haben bisher keinen Punkt ent-