128
werden — so ist diese Bedeutung symbolischer Dinge und Taten offen-bar nur bei sehr gesteigerter Intellektualität möglich, nur bei dem Vor-handensein einer so selbständigen geistigen Kraft, dafs sie des Ein-tretens unmittelbarer Einzelheiten nicht bedarf.
Ich habe dies ausgeführt, um die Einordnung des Geldes auch indiese Strömung der Kultur einleuchtend zu machen. Das immerwirkungsvoller werdende Prinzip der Ersparnis an Kräften und Sub-stanzen führt zu immer ausgedehnterem Verfahren mit Vertretungen undSymbolen, welche mit demjenigen, was sie vertreten, gar keine inhalt-liche Verwandtschaft haben; so dafs es durchaus in derselben Richtungliegt, wenn die Operationen mit Werten sich an einem Symbol voll-ziehen, das mehr und mehr die materielle Beziehung zu den definitivenRealitäten seines Gebietes einbüfst und blofs Symbol wird. DieseLebensform setzt nicht nur eine aufserordentliche Vermehrung derpsychischen Prozesse voraus — wie komplizierte psychologische Vor-bedingungen fordert etwa nur die Deckung von Banknoten durchBarreserve! — sondern auch eine Erhöhung derselben, eine prinzi-pielle Wendung der Kultur zur Intellektualität. Dafs das Leben imwesentlichen auf den Intellekt gestellt ist und dieser als die praktischwertvollste unter unseren psychischen Energien gilt — das pflegt, wienachherige Überlegungen noch ausführlich zeigen werden, mit demDurchdringen der Geldwirtschaft Hand in Hand zu gehen; wie dennauch innerhalb des Handelsgebietes, insbesondere wo reine Geldgeschäftein Frage stehen, zweifellos der Intellekt im Besitz der Souveränität ist.Die Steigerung der intellektuellen, abstrahierenden Fähigkeiten charak-terisiert die Zeit, in der das Geld immer mehr zum reinen Symbol undgegen seinen Eigenwert gleichgültig wird.