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und Schwierigkeiten zugegeben sind, in Permanenz erklären und würdees zu der Angepalstheit, die prinzipiell freilich für jedes Quantum vonGeld erreichbar ist, niemals kommen lassen.
Man könnte diese Erörterungen so zusammenfassen: das Geld erfülltseine Dienste am besten, wenn es nicht blofs Geld ist, d. h. nicht blofsdie Wertseite der Dinge in reiner Abstraktion darstellt. Denn dafs dieEdelmetalle zum Schmuck und zu technischen Zwecken verwendbar sind,ist zwar auch wertvoll, aber doch als primäre Tatsache von der sekun-dären: dafs sie infolge jener wertvoll sind — durchaus begrifflich zuunterscheiden; während das Geld an seinem Wertsein seine erste undeinzige Bestimmung hat. Aber eben die Realisierung dieses begrifflichGeforderten, der Übergang der Geldfunktion an ein reines Zeichengeld,ihre völlige Lösung von jedem, die Geldquantität einschränkendenSubstanzwert ist technisch untunlich — während doch der Fortschrittder Entwicklung so erfolgt, als ob sie an diesem Punkte münden sollte.Das ist so wenig ein Widerspruch, dafs vielmehr eine unübersehbareAnzahl von Entwicklungen nach demselben Schema vor sich gehen: sienähern sich einem bestimmten Zielpunkte, werden durch denselbenunzweideutig in ihrer Richtung bestimmt — würden aber bei wirklicherErreichung desselben gerade die Qualitäten einbüfsen, die sie durch dasStreben zu ihm erhalten haben. Eine eminent geldwirtschaftliche Er-scheinung mag das zunächst beleuchten, die zugleich an individuellenVerhältnissen eine Analogie für die Folgen unbegrenzter Geldvermehrungbeibringt. Das Streben des Einzelnen, immer mehr Geld zu verdienen,ist von der gröfsten sozial-ökonomischen Bedeutung. Indem der Börsen-kaufmann möglichst grofse Gewinne zu machen sucht, schafft er dieLebhaftigkeit des Verkehrs, die gegenseitige Deckung von Angebot undNachfrage, die Einbeziehung vieler sonst steriler Werte in den ökono-mischen Kreislauf. Allein die Realisierung sehr hoher Börsengewinneist in der Regel nur bei unmäfsigem Schwanken der Kurse und Über-wiegen des rein spekulativen Elementes zu erzielen. Durch dieses aberwird Produktion und Konsumtion der Waren, auf denen doch das sozialeInteresse letzter Instanz beruht, teils hypertrophisch angeregt, teils ver-nachlässigt, jedenfalls aus derjenigen Entwicklung herausgedrängt, dieden eigenen inneren Bedingungen und den realen Bedürfnissen entspricht.Hier ist es also das ganz spezifische Wesen des Geldes, auf dem sichdie Divergenz des individuellen vom sozialen Interesse aufbaut, nachdembeide bis zu einem bestimmten Punkte zusammengegangen sind. Nurindem sich der Wert der Dinge von den Dingen selbst gelöst und eineEigenexistenz an einem besonderen Substrat gewonnen hat, kann dieses