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Interesse von der Zentralstelle ab, während die i mm er von neuem er-folgende Geldentlohnung ihn zu dieser hinführt, seine Abhängigkeit vondieser immer von neuem eindringlich macht. Deshalb war die Pforte beiihrer ständigen Münzverschlechterung doch Anfangs des 19. Jahrhundertseinmal genötigt, für ihre Beamten und Offiziere doppelt schwere Münzenschlagen zu lassen, weil es gerade den eigentlichen Staatsfunktionärengegenüber eines wirklich gültigen Geldes bedurfte. Darum war die un-geheure Vermehrung und Verfeinerung des Beamtentums erst bei derGeldwirtschaft möglich; sie ist aber nichts als eines der Symptome derBeziehung, die zwischen dem Geld und der Objektivierung des Gruppen-zusammenhanges zu einem besonderen zentralen Gebilde besteht. Beiden Griechen wurde diese ursprünglich nicht von einer staatlichen,sondern von der religiösen Einheit getragen. Alles hellenische Geld wareinmal sakral, ebenso von der Priesterschaft ausgegangen, wie die andernallgemein gültigen Mafsbegriffe: Gewichte, Umfangsmafse, Zeiteinteilungen.Und diese Priesterschaft repräsentierte zugleich die Verbandseinheit derLandschaften, die ältesten Verbände ruhten durchaus auf religiöserGrundlage, die manchmal für relativ weite Gebiete die einzige blieb.Die Heiligtümer hatten eine überpartikularistische, zentralisierende Be-deutung, und diese war es, die das Geld, das Symbol der gemeinsamenGottheit auf sich tragend, zum Ausdruck brachte. Die religiös-sozialeEinheit, die im Tempel kristallisiert war, wurde in dem Gelde, das erausgab, gleichsam wieder flüssig und gab diesem ein Fundament undeine Funktion, weit über die Metallbedeutung des individuellen Stückeshinaus. Von diesen soziologischen Konstellationen getragen und sie tragend,realisiert sich die steigende Bedeutung der Geldfunktionen auf Kostender Geldsubstanz. Einige Beispiele und Überlegungen mögen diesenProzefs verdeutlichen, und zwar knüpfe ich dieselben, unter den vielen,seinen Inhalt bildenden Diensten des Geldes, an die folgenden: an dieErleichterung des Verkehrs, an die Beständigkeit des Wertmafsstabes,an die Mobilisierung der Werte und die Beschleunigung ihrer Zirkulation,an ihre Kondensierung in möglichst kompendiöse Form.
Einleitenderweise möchte ich hervorheben, dafs gerade die obenerwähnten, von den Fürsten begangenen Münzverschlechterungen durchdie ungeheure Übervorteilung der Massen den Funktionswert des Geldesseinem Metallwert gegenüber aufs schärfste beleuchten. Was die Unter-tanen bewog, die verschlechterte Münze zu akzeptieren und für sie diean'Metall bessere hinzugeben, war doch eben, dafs jene den Verkehrs-zweck des Geldes erfüllte. Was die Münzherren herausschlugen, wardas ungebührlich gesteigerte Äquivalent für den Funktionswert des Geldes,