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sonst die Nützlichkeit unzähliger Objekte bewirke, dafs sie überhaupteinen Marktpreis haben, die Höhe dieses aber von ganz anderen Mo-menten bestimmt werde; die Nützlichkeit gebe bei solchen Objektenallenfalls eine Grenze an, über die der Preis nicht steigen darf, aber siekönne hier dessen positive Gröfse nicht erzeugen. Gilt dieser Vergleich,so scheint der Wert des Geldes doch wieder von seinen Funktionen aufseine Substanz zurückgewiesen zu werden. Allein an einem entscheidendenPunkte gilt er eben nicht. Dafs eine Lokomotive nur nach ihremMaterialwert und Formungswert bezahlt wird, hängt ausschliefslich daran,dafs jeder Beliebige Lokomotiven bauen darf, und deshalb die Idee, ohnedie Material + Arbeitskraft niemals eine Lokomotive ergeben würden,keinen Einflufs auf die Preisbildung besitzt. Sobald es ein Patent aufLokomotiven gäbe, würde sich in dem erhöhten Preise, den man für siebewilligte, der Wert zeigen, den sie über die Summe von Materialwertund Arbeitswert hinaus besitzen; sobald die Idee Gemeingut ist, habenihre Verwirklichungen insoweit keine »Seltenheit«, und erst diese würdeihrer Funktionsbedeutung einen besonderen Ausdruck im Preise ver-schaffen. Nun aber besteht am Gelde etwas, was dem Patente entspricht:das Prägerecht der Regierungen, das jeden Unlegitimierten die Idee desGeldes zu verwirklichen hindert; auf diesem Monopol der Regierungruht die »Seltenheit« des Geldes entweder teilweise, wenn es aus Edel-metall besteht, oder völlig, wenn es Papier oder Scheidemünze ist. Einchinesisches Gesetz drückt im ersteren Falle das Monopol der Regierungdadurch mit charakteristischer Schärfe aus, dafs es den Falschmünzer,der aus echtem Metall münzt, schwerer bestraft als den, der es ausminderwertigem tut: weil, so wird dies begründet, er gerade damit inunziemlichere Konkurrenz mit der Regierung träte und in ihre Präro-gative tiefer eingriffe, als im letzteren Fall! Wenn jeder Beliebige Geldprägen könnte, so würde sein Wert allerdings auf Materialwert +Formwert sinken, — womit denn jenes Monopol mit seinen Vorteilenhinwegfiele. Deshalb ist von ethnologischer Seite bemerkt worden, dafs,wo jeder selbst Geld beliebig herstellen kann, wie beim Muschelgeld, dieMachtstellung der Reichen und der Häuptlinge sehr leicht erschüttertwird. Umgekehrt hat an dem Privileg des Staates für die Herstellungdes Geldes jeder Geldbesitzer pro rata teil — wie der Käufer einespatentierten Gegenstandes an dem Patent des Erfinders. Vermöge desder Zentralgewalt vorbehaltenen Prägerechts, das dem Geld die steteMöglichkeit, wirklich als Geld zu funktionieren, garantiert — gewinnendiese Funktionen nun ihrerseits die Möglichkeit, dem Material- undFormwert des Geldes ein weiteres wirksames Wertquantum hinzuzufügen,