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nicht, wie eine Rangstufe oder eine Deklassierung, wie ein Berufoder ein moralischer Wert, eine Gefühlsbeziehung oder eine Tätigkeit,gleichsam an jene anwächst. Alle auf solche Lebensinhalte gegründetenVerhältnisse haben wegen der relativen Festigkeit, mit der sie den Per-sonen Zubehören, eine Art von Stabilität und setzen dem Einflufs ab-ändernder Elemente eine gewisse Trägheit entgegen, die erst bei einererheblichen Summierung jener ihnen die ganz proportionierte Folge ver-schafft. Das Geld dagegen, das wegen seiner Qualitätlosigkeit auch zukeiner qualitativ bestimmten Persönlichkeit als solcher eine Beziehunghat, gleitet ohne innere Widerstände von der einen ab und zur anderenhin, so dafs die darauf gegründeten Verhältnisse und Zustände jederVeranlassung zu Änderungen leicht und adäquat nachgeben, oder, unserjetziges Interesse genauer ausdrückend: dafs die Summierungserschei-nungen des Geldes', die den Gharakter blofser Quantität am reinsten ansich darstellen, zugleich am häufigsten und deutlichsten ihre Wirkungenauf die inhaltliche Bestimmtheit des Lebens fühlbar machen werden. Dieam Geld so häufig auftretenden Schwellenerscheinungen machen abernur die Gesamtbestimmung seiner deutlicher, zu der jenes Superadditumgehörte, ja, dieses ist im Grunde nur eine einzelne aus den so charak-terisierten Erscheinungen. Denn es sagt doch aus, dafs die Bedeutungvon mehr Geld nicht nur in einem proportionalen Vielfachen der Be-deutung von weniger Geld besteht, sondern dafs dieser Bedeutungs-unterschied, trotz der rein quantitativen Änderung seines Substrates, einUmschlagen in qualitativ neue, ja entgegengesetzte Folgeerscheinungendarbietet.
Diese Tatsache hat eine zwar selbstverständliche, aber der Erörterungdennoch bedürftige Voraussetzung. Man kann jene selbst doch so aus-driicken: jede Geldsumme hat, auf eine Mehrheit von Personen verteilt,eine andere qualitative Bedeutung, als wenn sie sich in einer Pland be-findet. Die Einheit der Persönlichkeit ist also das Korrelat oder dieBedingung für alle Quantitätsunterschiede des Besitzes und ihre Be-deutung; das Vermögen juristischer Personen steht ersichtlich wegen derEinheitlichkeit seiner Verwaltung in der hier fraglichen funktionellenHinsicht auf derselben Stufe. Auch wo man von einem Volks vermögenspricht, ist das nur möglich, insofern man das Volk als ein einheitlichesbesitzendes Subjekt denkt, bezw. die auf die einzelnen Bürger verteiltenBesitze durch die Wechselwirkung, die sie innerhalb der nationalen Wirt-schaft eingehen, als so einheitlich vorstellt, wie das Vermögen eines In-dividuums durch solche Wechselwirkungen (Einteilung, Rücksichten derEinzelaufwendung auf das Ganze, Balance zwischen Einnahme und Aus-