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etwas ganz anderes ist, als das tausendmalige Vielfache der ent-sprechenden Bedeutung eines Besitzers von tausend Mark; sondern, diesesubjektive Folge begründend, ist der objektive wirtschaftliche Wert einerMillion nicht aus dem Grenznutzen etwa ihrer tausend Teile zu tausendMark zu berechnen, sondern bildet eine darüber stehende Einheit, wieder Wert eines einheitlich handelnden Lebewesens über dem seiner ein-zelnen Glieder. Ich habe im vorigen Kapitel ausgeführt, dafs der Geld-preis eines Gegenstandes, aus wievielen Münzeinheiten er auch bestehe,dennoch als eine Einheit wirke: eine Million Mark, sagte ich, seien zwaran und für sich ein blofs additionales Konglomerat zusammenhangsloserEinheiten; dagegen als Wert etwa eines Landgutes seien sie das einheit-liche Symbol, Ausdruck oder Äquivalent seiner Werthöhe und absolutnicht ein blofses Nebeneinander einzelner Werteinheiten. Diese sachlicheBestimmung findet hier nun ihr personales Korrelat: die Beziehung aufdie Einheit einer Person verwirklicht die Quantität des Geldes als Qualität,seine Extensität als Intensität, die aus dem blofs summierenden Neben-einander seiner Bestandteile nicht erzielbar wäre.
Vielleicht läfst sich das auch so ausdrücken. Das Geld, als dasrein arithmetische Zusammen von Werteinheiten, kann als absolut formlosbezeichnet werden. Formlosigkeit und reiner Quantitätscharakter sindeines und dasselbe; insofern Dinge nur auf ihre Quantität angesehenwerden, wird von ihrer Form abgesehen — was am deutlichsten geschieht,wenn man sie wägt. Deshalb ist das Geld als solches der fürchterlichsteFormzerstörer: denn welche Formungen der Dinge a, b und c auch derGrund sein mögen, dafs sie alle den Preis m kosten, so wirkt die Unter-schiedenheit derselben, also die spezifische Form eines jeden, in den sofixierten Wert ihrer nicht mehr hinein, sie ist in dem m, das nun a, bund c gleichmäfsig vertritt, untergegangen und macht innerhalb derwirtschaftlichen Schätzung gar keine Bestimmtheit dieser mehr aus.Sobald das Interesse auf den Geldwert der Dinge reduziert ist, wirdihre Form, so sehr sie diesen Wert veranlafst haben mag, so gleich-gültig, wie sie es für ihr Gewicht ist. In dieser Richtung liegt auchder Materialismus der modernen Zeit, der selbst in seiner theoretischenBedeutung irgend eine Wurzelgemeinschaft mit ihrer Geldwirtschafthaben mufs: die Materie als solche ist das schlechthin Formlose, dasWiderspiel aller Form, und wenn sie als das alleinige Prinzip derWirklichkeit gilt, so ist an dieser ungefähr der gleiche Prozefs voll-zogen, wie ihn die Reduktion auf den Geldwert an den Gegenständenunseres praktischen Interesses zuwege bringt. Ich werde noch öftersdavon zu sprechen haben, wie — in tiefem Zusammenhang mit der