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Höhe die subjektive Befriedigung des Leistenden. Neben dem aber stehtder wirtschaftliche Erfolg jener Tätigkeiten, der bekanntlich nicht immereine stetige Funktion des sachlichen oder idealen ist. Und jener kannsich, nicht nur bei den niedrigsten Naturen, so in den Vordergrunddrängen, dafs er den anderen zu einem Mittel degradiert; sondern selbstfür feinere und der Sache lebende Menschen kann in dem Gelingen derLeistung nach der ökonomischen Seite hin ein Trost, Ersatz, Rettungfür die gefühlte Unzulänglichkeit nach der Seite des Haupterfolges hinhegen; zum mindesten etwas wie ein Ausruhen und eine momentaneVerpflanzung des Interesses, die der Hauptsache schliefslich gewachseneKräfte zuführt. Viel schwieriger, klippenreicher ist das Los dessen, dermit seiner Leistung nicht zugleich Geld verdient, sondern diese aus-schliefslich an der Sache und ihren inneren Anforderungen messen darf.Ihm fehlt jene wohltätige Ableitung und Tröstung durch den Gedanken,wenigstens im wirtschaftlichen Sinne das Seinige getan und die An-erkennung dafür empfangen zu haben; er sieht sich ganz anders alsjener vor ein: Alles oder Nichts — gestellt und mufs über sich selbstnach einem Gesetzbuch richten, das keine mildernden Umstände kennt.So gleicht sich die Begünstigung derer aus, die darum beneidet werden,dafs sie »nicht aufs Geld zu sehen brauchen«, nur der Sache lebenkönnen. Sie müssen das damit bezahlen, dafs über den Wert ihresTuns jetzt nur ein einziger Erfolg entscheidet, bei dessen Verfehlen sienicht den wie auch geringen Trost haben, dafs wenigstens ein greifbarerNebenerfolg geglückt ist. Dafs dieser gerade in der Form des ver-dienten Geldes auftritt, erleichtert ihm aufserordentlich das Gewinnensolcher Bedeutung. Es wird darin erstens in der unzweideutigsten Formausgewiesen, dafs die Leistung, trotz ihres Zurückbleibens hinter demeigenen oder dem sachlichen Endwerte, doch für andere Menschen etwaswert sein mufs; ferner macht die Struktur des Geldes es so besondersgeeignet, als relativ befriedigender Ersatz für einen ausgebliebenen idealenHaupterfolg zu funktionieren, weil es durch seine Greifbarkeit und nüchternquantitative Bestimmtheit einen gewissen Halt und psychische Erlösunggegenüber dem Schwanken und Fliefsen qualitativer Lebenswerte ge-währt, insbesondere wenn diese sich erst im Zustande des Erobert-werdens befinden; endlich wird durch die völlige innere Fremdheit desGeldes gegen die idealen Werte einer Verwirrung des Wertempfindens,die für feinere Naturen höchst beängstigend sein müfste, vorgebeugt, diebeiden Erfolge bleiben in unbedingter Getrenntheit bestehen, der einekann wohl einmal eine gewisse innere Bedeutung erlangen, wenn diedes anderen versagt, aber sich doch nicht mit dieser mischen. So gelingt