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Philosophie des Geldes / von Georg Simmel
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Geldgebers; wie es von einem ähnlichen Motiv aus wenngleich unterdem wesentlichen Mitwirken anderer dem spartanischen Vollbürgerzwar gestattet war, Land zu besitzen, aber nicht, es selbst zu bebauen.Jenen Unterschied gegen andere Verkäufer zu betonen, war im Interesseder aristokratischen Stellung deshalb so wichtig, weil das Geldgeschäftdemokratisch nivellierend wirkt; insbesondere wenn der sozial Höher-stehende der Geldnehmer, der Tieferstehende der Empfänger der sach-lichen Leistung ist, macht es die Parteien leicht miteinander »gemein«.Deshalb empfindet der Aristokrat das Geldgeschäft als deklassierend,während der Bauer, wenn er statt seiner Naturralleistungen dem Herrnin Geld zinst, dadurch ein Aufsteigen erfährt.

Das zeigt sich also auch an dem Geldverkauf personaler Werte alsdas Unvergleichliche des Geldes, dafs es allen Entgegengesetztheitenhistorisch-psychologischer Möglichkeiten sich leihend, mit seiner eigenenUnentschiedenheit und Inhaltlosigkeit doch alle jene zu äufserster Ent-schiedenheit ausbildet. In der so gesteigerten praktischen Welt erscheintdas Geld, die verkörperte Relativität der Dinge, gleichsam als das Ab-solute, das alles Relative mit seinen Gegensätzen umschliefst und trägt.