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Werthöhe desselben ist doch nur genau gleich dem Werte seiner Arbeit,für die er es erworben hat, und diese bildet also für das fraglicheNaturprodukt das Mals seines Tauschwertes. Wenn die Arbeit sodie letzte Instanz ist, auf die alle Wertbestimmung der Objekte zurück-zugehen hat, so ist es eine Unangemessenheit und ein Umweg, sie ihrer-seits erst an einem Objekte von fremder Provenienz, wie das jetzige Geldes ist, zu messen; vielmehr müfste man dann allerdings eine Möglichkeitsuchen, die Arbeitseinheit ganz rein und unmittelbar in einem Symbolauszudrücken, das als Tausch- und Mefsmittel, als Geld fungierte.
Ohne von den angedeuteten Vereinheitlichungen des Wertes eineals die allein legitime zu verkünden, möchte ich die Arbeitstheoriewenigstens für die philosophisch interessanteste halten. In der Arbeitgewinnen die Körperlichkeit und die Geistigkeit des Menschen, seinIntellekt und sein Wille, eine Einheitlichkeit, die diesen Potenzen versagtbleibt, solange man sie gleichsam in ruhendem Nebeneinander betrachtet •die Arbeit ist der einheitliche Strom, in dem sie sich wie Quellflüssemischen, die Geschiedenheit ihres Wesens in der Ungeschiedenheit desProduktes auslöschend. Wäre sie wirklich der alleinige Träger desWertes, so würde der letztere damit in den definitiven Einheitspunkt unsererpraktischen Natur eingesenkt, und dieser würde sich den adäquatestenAusdruck, den er in der äufseren Realität finden kann, erwählt haben.Im Hinblick auf diese Bedeutung der Arbeit erscheint es mir eine unter-geordnete Frage, ob man nicht der Arbeit daraufhin den Wert ab-zusprechen habe, dafs sie doch vielmehr die Werte erst erzeuge —■wie die Maschine, die einen Stoff bearbeitet, doch die Form nicht selbstbesitzt, die sie diesem erteilt. Gerade wenn man nur den Produktenmenschlicher Arbeit Wert zuspreche, könne nicht sie selbst — die einephysiologische Funktion ist —, sondern nur die Arbeitskraft Werthaben. Denn diese allerdings werde vom Menschen erzeugt, nämlichdurch die Unterhaltungsmittel, die ihrerseits menschlicher Arbeit ent-stammen. Dafs sie sich dann in wirkliche Arbeit umsetzt, fordertersichtlich nicht wiederum Arbeit, bedeutet also selbst keinen Wert;dieser vielmehr haftet nun erst wieder an den von solcher Arbeit be-dingten Produkten. Ich halte dies indes für eine im wesentlichenterminologische Angelegenheit. Denn da die Arbeitskraft sicher keinWert wäre, wenn sie latent bliebe und sich nicht in wirkliches Arbeitenumsetzte, sondern erst in diesem wertbildend wirkt, so kann man füralle Zwecke der Berechnung und des Ausdrucks die Arbeitskraft ein-setzen. Das wird auch nicht durch die Überlegung geändert, dafs dieals Nahrung konsumierten Werte nicht Arbeit, sondern Arbeitskraft er-