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Arbeit planmäfsig, unter absoluter Kenntnis des Bedarfs und des Arbeits-erfordernisses für jedes Produkt erfolgt — also eine solche, wie sie derSozialismus erstrebt. Die Annäherung an diesen völlig utopischen Zu-stand scheint nur so technisch möglich zu sein, dafs überhaupt nur dasunmittelbar Unentbehrliche, das ganz indiskutabel zum Leben Gehörigeproduziert wird; denn wo ausschliefslich dies der Fall ist, ist allerdingsjede Arbeit genau so nötig und nützlich wie die andere. Sobald mandagegen in -die höheren Gebiete aufsteigt, auf denen einerseits Bedarfund Nützlichkeitsschätzung unvermeidlich individueller, andrerseits dieIntensitäten der Arbeit schwerer festzustellen sind, wird keine Regulierungder Produktionsquanten bewirken können, dafs das Verhältnis zwischenBedarf und aufgewandter Arbeit überall das gleiche sei. So verschlingensich an diesen Punkten alle Fäden der Erwägungen über den Sozialismus;an ihm wird klar, dafs die Kulturgefährdung seitens des Arbeitsgeldeskeineswegs eine so unmittelbare ist, wie man meistens urteilt; vielmehr,dafs sie aus der technischen Schwierigkeit stammt, die Nützlichkeit derDinge, als ihren Wertungsgrund, im Verhältnis zur Arbeit, als ihremWertträger, konstant zu erhalten — eine Schwierigkeit, die sich imVerhältnis der Kulturhöhe der Produkte steigert und deren Vermeidungfreilich die Produktion zu den primitivsten, unentbehrlichsten, durch-schnittlichsten Objekten herabsenken müfste.
Dieses Ergebnis des Arbeitsgeldes beleuchtet nun aufs schärfste dasWesen des Geldprinzips überhaupt. Die Bedeutung des Geldes ist, dafses eine Einheit des Wertes ist, die sich in die Vielheit der Werte kleidet;sonst würden die Quantitätsunterschiede des einheitlichen Geldes nichtals den Qualitätsunterschieden der Dinge äquivalent empfunden werden.Dadurch geschieht nun freilich diesen oft genug unrecht, wird nament-lich den personalen Werten eine Gewalt angetan, die ihr Wesen ver-löscht. Von dieser Verfassung des Geldes strebt das Arbeitsgeld hin-weg, es will dem Gelde einen zwar immer noch abstrakten, aber dochdem konkreten Leben näherliegenden Begriff unterbauen; mit ihm sollein eminent personaler, ja, man könnte sagen, der personale Wert zumMafsstab der Werte überhaupt werden. Und nun zeigt sich, dafs es,weil es doch nun einmal die Eigenschaften alles Geldes besitzen soll:die Einheitlichkeit, die Fungibilität, die nirgends versagende Geltung —gerade der Differenzierung und personalen Ausbildung der Lebensinhaltebedrohlicher wäre, als das bisherige Geld! Wenn es die unvergleichlicheKraft des Geldes ist, sich um einer Folge willen der entgegengesetztennicht zu entziehen, wenn wir es einerseits der Herabdrückung, andrer-