als eine eigentümliche Bedeutsamkeit des Daseins, all seiner Objektivitätgegenüber, selbst in den Fällen bestehen, von denen wir ausgingen undin denen die individuell-subjektive Kultur einen Rückschritt zeigt, wäh-rend die objektive fortschreitet.
Für jede Kulturgemeinschaft ist offenbar das Verhältnis, in demihr objektiv gewordener Geist und seine Entwicklung zu den subjektivenGeistern steht, von äufserster Wichtigkeit, und zwar gerade nach der Seiteihres Lebensstiles hin: denn wenn der Stil die Bedeutung hat, eine be-liebige Verschiedenheit von Inhalten sich formgleich ausdrücken zu lassen,so kann doch sicher die Relation zwischen objektivem und subjektivemGeist in bezug auf Quantität, Höhenmafs, Entwicklungstempo bei sehrverschiedenen Inhalten des kulturellen Geistes dennoch die gleichesein. Gerade die allgemeine Art, wie das Leben sich abspielt, derRahmen, den die soziale Kultur den Impulsen des Individuums darbietet,wird durch Fragen wie diese umschrieben: ob der Einzelne sein Innen-leben in Nähe oder in Fremdheit zu der objektiven Kulturbewegungseiner Zeit weifs, ob er diese als eine überlegene, von der er gleichsamnur den Saum des Gewandes berühren kann, empfindet, oder seinenpersonalen Wert allem verdinglichten Geiste überlegen; ob innerhalbseines eigenen Geisteslebens die objektiven, historisch gegebenen Elementeeine Macht eigener Gesetzmäfsigkeit sind, so dafs diese und der eigent-liche Kern seiner Persönlichkeit sich wie unabhängig voneinander ent-wickeln, oder ob die Seele sozusagen Herr im eigenen Hause ist oderwenigstens zwischen ihrem innersten Leben und dem, was sie alsimpersonale Inhalte in dasselbe aufnehmen mufs, eine Harmonie in bezugauf Höhe, Sinn und Rhythmus herstellt. Diese abstrakten Formulierungenzeichnen doch das Schema für unzählige konkrete Interessen und Stim-mungen des Tages und des Lebens und damit also das Mals, in demdie Beziehungen zwischen objektiver und subjektiver Kultur den Stil desDaseins bestimmen.
Wurde nun die gegenwärtige Gestaltung dieses Verhältnisses vonder Arbeitsteilung getragen, so ist sie auch ein Abkömmling der Geld-wirtschaft. Und zwar einmal, weil die Zerlegung der Produktion in sehrviele Teilleistungen eine mit absoluter Genauigkeit und Zuverlässigkeitfunktionierende Organisation fordert, wie sie, seit dem Aufhören derSklavenarbeit, nur bei Geldentlohnung der Arbeiter herstellbar ist. Jedeanders vermittelte Beziehung zwischen Unternehmer und Arbeiter würdeunberechenbarere Elemente enthalten, teils weil naturaleres Entgelt nichtso einfach beschaffbar und genau bestimmbar ist, teils weil nur das reineGeldverhältnis den blofs sachlichen und automatischen Charakter hat,
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