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Erster Abschnitt: Der Anternehmungsgeist
Manche der Alchimisten brachten es zu hohem Ansehen,wie man weiß, und nützten ihre Kunst namentlich an denFürstenhöfen nach Kräften aus. Die Äofadepten, die auchhäufig Äofastrologen waren, sind eine charakteristische Er-scheinung des 16. und 17. Jahrhunderts: von dem kölnischen„Zauberer" Cornelius Agrippa bis zu den venetianischenAlchimisten, die im 17. Jahrhundert den Wiener Äof mitden Anerbietungen, das Quecksilber zu „fixieren", in Ver-suchung führten^). Ioh. Joach. Becher führt eine ganzeListe solcher abenteuernder Alchimisten seiner Zeit auf: „Unterden Alchimisten heutigen Tages, welche vor öffentlichenBetrügern und Sophisten passieren, als Rochefort, Marsini,Croneman, Marsali, Gasner, Gasman, kann man auch billigdiesen (Iacobi de) la Porte nennen, welche absonderlicheProfession macht. Schätze zu graben und das zwar durchdie LIaviculam Lalomoms."
Diese Äofadepten waren verwandt einer andern höchst eigen-artigen Gattung von Menschen, die in jenen Jahrhunderten desÄalbdunkels eine Rolle spielten, und die wir nun noch genauerkennen lernen müssen: die Projektenmacher. In diesen werdenwir auch die Verbindungswege auffinden, die von der „schwarzenKüche" in die Direktorialzimmer moderner Banken hinüber-führen.
3. Der Erwerb durch Geistesmittel (Erfindungsgabe)
An einer andern Stelle, wo ich das Wesen der Technik imZeitalter des Frühkapitalismus zu schildern versucht habe"''),habe ich darauf aufmerksam gemacht, wie reich die Zeit derRenaissance und namentlich des Barock an erfinderischen Köpfengewesen ist; wie eine blühende, oft genug ungezügelte Phantasiedie Menschen damals erfüllte, und wie es an technischen Ein-fällen in jenen Jahrhunderten förmlich wimmelt.