Viertes Kapitel: Allerhand Mittel zur Geldbeschaffung 51
Bald aber trat mehr und mehr das Interesse an der Gold-gewinnung in den Vordergrund: „Während mehr als tausendIahren (war) das ganze chemische Wissen nur als Alchimiezusammengefaßt: und um deswillen, daß es der Lösung desProblems, wie edle Metalle künstlich hervorzubringen seien,diene"
Seit dem 15. Jahrhundert wurde die Alchimie dann fastreines Mittel zum Zwecke der Bereicherung. Sehr zum Ärger >der wahren „Adepten" bemächtigten sich jetzt Äans und Kunzdes Tigels, um ihr Glück zu versuchen. Man klagte^):
„Es will fast jedermann ein Alchimiste heißen.Ein grober Idiot, der Jünger mit den Greisen,Ein Scherer, altes Weib, ein kurtzweiliger Rat,Der kahl geschorne Mönch, der Priester und Soldat."
„t<un xvöllt clock ein jeAlicner Aern lesen in OesLnMtcier ^Icnimev solcne Stücke ocier Künstlin, ciie cia leicnt undZsr rinZ ?u braucnen v/eren, äarciurcn er mit kurzer ev! vielQ0I68 und Silbers macnen könclt"^^). Seinen ersten Höhe-punkt erreichte das Goldmacherfieber während des 16. Jahr-hunderts: Damals hatte die Leidenschaft der hermetischenArbeiten alle Schichten der Bevölkerung ergriffen. VomBauern bis zum Fürsten glaubte jedermann an die Wahrheitder Alchimie. Die Sehnsucht, schnell reich zu werden, die an-steckende Wirkung des Beispiels riefen überall den Wunschwach, sich jener Beschäftigung hinzugeben. Im Palast wie inder Äütte, bei dem armen Handwerker ebenso wie im Kaufedes reichen Bürgers sah man Vorrichtungen in Tätigkeit,mittels deren man Jahre hindurch den Stein der Weisen suchte.Selbst das Torgitter des Klosters bot für das Eindringen deralchimistischen Kunst kein Hindernis dar. Es soll damals keinKloster gegeben haben, in dem nicht irgendein Ofen zum Zweckeder Goldmacherei aufgestellt war°").
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