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Erster Abschnitt: Der Anternehmungsgeist
And die Zauberformeln, die bekannten, sollten dazu dienen,die Pforten aufzuschließen. Bei der Nacht, bei der Nacht.„Am Tage erkennen, das sind Possen;Im Finstern sind Mysterien zu Haus."
Es werden dann dieselben Leute gewesen sein, Leute mitgeringer Arbeitsenergie, mit kleinem Fleiß, aber heiß im Be-gehren, mutig im Zugreifen, zäh im Verfolgen fixer Ideen,gläubig und phantasiereich, die ihr ganzes Leben lang in regel-mäßiger Wiederkehr nach Schätzen gruben, die dann in dengroßen Tagen, wenn durch die Lande die Kunde ging von neu-entdeckten Gold- oder Silberlagern, sich aufmachten, Weib undKind daheim zurückließen, während ihre Werkstatt oder ihreLäden verödeten und der Pflug in der Ackerfurche stand, unddem Phantom nachjagten, das da vor ihren Augen aufgetauchtwar. Die Quellen berichten uns von den Zeiten des Mittel-alters an, wie stark dieser Schürferparoxysmus, dieses Gold-gräberfieber immer wieder von Zeit zu Zeit um sich griffen, undwie es am Nammelsberg im 13. Jahrhundert, oder um Freiburg im 14., oder im Inntal im 15. Jahrhundert, oder im 16. in Peru ,oder im 17. in Brasilien nicht anders ausgesehen hat wie inden 1850er Iahren in Kalifornien oder noch am Schlüsse desvorigen Jahrhunderts in Klondike. Vielleicht sind die Seelennüchterner seitdem geworden. Es sind nicht mehr Märchen vondem vergoldeten Wunderprinzen oder dem goldenen Kaufe derSonne, die die Goldgräber ans Werk locken; aber in der Grund-stimmung hat sich nichts geändert.
Aber wenn man gar das Gold hätte machen können!Am das zu erreichen, „hat man sich der Magie ergeben"; hatAlchimie betrieben, wiederum nicht als einen Alltagsberuf,sondern als eine Art von Gottesdienst, dem man in geweihterStimmung oblag. Arsprünglich mögen andere Kräfte stärkergewesen sein, die die Menschen der Alchimie in die Arme trieben.