Viertes Kapitel: Allerhand Mittel zur Geldbeschaffung 49
2. Erwerb durch Zaubermittel
Aus ganz und gar anderem Geiste sind diejenigen Be-strebungen geboren, an die ich hier denke: Zaubermittel sollenhelfen, Reichtum gewinnen. Das setzt voraus den Glaubenan die mit Geistern und Dämonen erfüllte Welt, an dieMöglichkeit, Beziehungen mit diesen Geistern zu pflegen, sieden eigenen Zwecken dienstbar zu machen. Man ruft die Äilfeder Götter vorbei. And eine lebhafte, oft genug krankhaft über-reizte Phantasie hilft die Gelegenheiten ausfindig machen, wodie Geister helfen können.
Es galt, auf wunderbare Weise in den Besitz des ersehntenGoldes zu kommen: sei es, daß man es fand, sei es, daß manes machte. Dadurch kam man zu zwei verschiedenen Reihenvon Bestrebungen: zur Schatzgräberei einerseits, zur Alchimieanderseits.
Der Schatzgräberei begegnen wir seit den frühesten Zeiten.„Von der Völkerwanderung bis in die Gegenwart gehört zuden geheimen Wünschen der Germanen, einen Schatz zu finden:dieselben BeschwörungsMittel, derselbe Aberglaube durch fünf-zehnhundert Jahre 22)."
In der Tat war der Gedanke, vergrabene Schätze auf-zufinden, in jenen frühen Zeitläuften gar nicht so arg verrückt.Denn ganz beträchtliche Massen von gemünztem und un-gemünztem Edelmetall müssen namentlich in Kriegszeiten aller-orts vergraben worden sein.
„Bedenkt doch nur: in jenen Schreckensläuften,Wo Menschenfluten Land und Volk ersäuften.Wie der und der, so sehr es ihn erschreckte.Sein Liebstes da- und dortwohin versteckte;So war's von je in mächtiger Römer ZeitAnd so fortan bis gestern, ja bis heut.Das alles liegt im Boden still begraben ..."