48 Erster Abschnitt: Der Unternehmungsgeist
legten und versperrten die Pässe und Straßen und stelltendenen, so ihres Gewerbes halber über Land ziehen mußten,wunderbarlich nach."
Ein Liedersänger gibt dem jungen Edelmann folgenden Rat^):
„Wiltu dich erneren
du junger edelman,
folg du miner lere
fitz uf, drab zum ban l
halt dich zu dem grünen Wald
wan der bur ins holz fert
so renn in freislich an l
derwüsch in bi dem kragen
erfreuw das herze din
nimm im was er habe
span uß die pferdelin sin l"
Bekannt ist, daß der Edle Raubritterei lernte wie derSchuster die Schusterei. And im Liede heißt es lustig:„Ruten, roven, det en is gheyn schände,dat doynt die besten van dem lande."
And dasselbe Bild in anderen Ländern: „Die Herren lassenvon ihrem Raubritterleben nicht" („les seiZneurs ne wissen:pas civiler a la proie"), schreibt Iaquesde Vitry vonFrankreich .
In Italien und England bekam das Raubrittertum einebesondere Nuance: es wurde zum Seeräubertum. Dieses habenwir aber in anderem Zusammenhange zu würdigen, da es faststets in der Form der Anternehmung auftritt, während hiernur von den Einzelpraktiken zur Geldbeschaffung die Rede ist,zu denen man (in zahlreichen Fällen wenigstens) die Stegreif-reiterei rechnen kann. Weil in dieser aber doch der Keim zueiner Unternehmung steckt und weil der Unternehmungsgeist indem Naubrittertum einen Anstoß zur Entfaltung empfangenkann, mußte seiner hier Erwähnung geschehen.