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Erster Abschnitt: Der Anternehmungsgeist
Straße oder in der vergoldeten Äaut eines großen Financiersendigen.
Wie verbreitet der Typ des Projektenmachers in dem da-maligen Frankreich gewesen sein muß, zeigt uns die Rolle, dieihn Moliere in seinen „Facheux " spielen läßt, wo er als einerder ständigen Figuren der Pariser Gesellschaft uns entgegen-tritt, wie ihn Eraste bezeichnet:
(Leise) > Voici quelque Souffleur, <Ze ces Aens qui n'ont rien»Ht vous viennent toujours promettre tsnt cie dien,
(Laut) »Vous ave? f^it, monsieur, cette benite pierre
»()ui peut seule enrickir tous les rois 6e w terre?«
Nein, antwortete Armin: den Stein der Weisen habe ernicht gefunden, auch könne er keines jener dummen Projekte vor-schlagen, von denen die Surintendants die Ohren voll hätten.Nein, sein Projekt sei ganz solide und trage dem König40l) Millionen Franken ein ohne einen Pfennig Steuer. DasProjekt besteht darin — die ganzen Küsten Frankreichs mitguten Ääfen zu versehen.
Der Typ des Projektenmachers war in Frankreich amEnde des 18. Jahrhunderts noch immer nicht ausgestorben,wie uns die Beschreibungen des damaligen Paris erkennenlassen^).
Auch in anderen Ländern blühte die Projektenmacherei. Amnur noch ein Beispiel anzuführen: am österreichischenÄofe spielte um die Mitte des 18. Jahrhunderts ein gewisserCaratto eine bedeutende Rolle, von dem Stupan bemerkt"):„Der Caratto (der am 25. Januar 1765 über einige Kommerzial-vorschläge eine Schrift eingereicht hatte) treibt schon durch mehrals vierzig Jahre das Handwerk eines Projektanten;seine Grundsätze sind gut und unwidersprechlich, seine Schlüsseaber übertrieben." Wenn man in die Einzelheiten eingehe, so