Fünftes Kapitel: Das Wesen des Unternehmungsgeistes
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Vorteile gewähre. „Es sieht nach Schneewetter aus, Knaben— sagten die Finnen (!) — denn sie hatten Aanderer (eine Artvon Schneeschuhen) zu verkaufen," heißt es in der Magnus-Barford-Sage l1006 n. Chr.). Das ist das Arbild allerHändler, der hier spricht und die Aufforderung an die nor-wegischen Knaben, Schneeschuhe zu kaufen, ist das Prototypder Reklame: dieser Waffe, mit der heute der Händler kämpft,der nicht mehr auf festen Burgen thront, wie sein Vorgängerin Genua zur Zeit Benjamins von Tudela, der aber auch nichtmehr mit Kanonen die Wohnplätze der Eingeborenen nieder-schießen kann, wenn sie sich weigern, mit ihm „Handel zutreiben", wie etwa der Ostindienfahrer des 17. Jahrhunderts,von dem wir noch hören werden.
Da jedes Anternehmen in seinem Verlaufe von Zufälligkeitenabhängt, die nicht im Vorhinein bedacht sein können, so ist einewesentliche Eigenschaft notwendig, die jeder Anternehmer besitzenmuß, die Geistesgegenwart und die Fähigkeit, das Richtige zutreffen, das dem erstrebten Erfolge am besten dient. Lc»upcj'oeil hat Friedrich der Große diese Eigenschaft genannt, dieer als notwendig bei jedem Feldherrn (der im erwähnten Sinneein Unternehmer ist) bezeichnete. Dieser Gabe, eine Wahr-heit schnell zu treffen, muß die Fähigkeit entsprechen, dasals richtig Erkannte auch sofort zu tun oder anzuordnen: Ent-schlossenh eit.
Der klassische Unternehmer ist der alte Faust:
„. . . im Innern wohnet Helles Licht;Was ich gedacht, ich eil' es zu vollbringen;Des Herren Wort, es gibt allein Gewicht.Vom Lager auf, ihr Knechte! Mann für Mann!Laßt glücklich schauen, was ich kühn ersann!Ergreist das Werkzeug, Schaufel rührt und Spaten!Das Abgesteckte muß sogleich geraten.