Sechstes Kapitel: Die Anfänge der Unternehmung
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diese Differenzierung zwischen Führer und Geführten, zwischenLeiter und Gefolgschaft, zwischen Subjekt und Objekt, zwischenGeist und Körper macht jeder Unternehmung Lebenselementaus.
Der Kriegszug bleibt so lange eine Anternehmung, als erdiese höchstpersönliche Note behält, die am liebsten sich mitabenteuerlichem Geiste umhüllt. Die vollendeten Typen kriege-rischer Unternehmer sind darum die seit dem Mittelalter auf-kommenden Söldnerführer. Nicht etwa wegen des erwerbs-mäßigen Charakters, den damit die Kriegführung annimmt(der würde ihr vielmehr die kapitalistische Nuance ver-leihen), sondern wegen der bis zum Äußersten ausgebildetenIndividualisierung der einzelnen Keereskörper und der bis zumhöchsten gesteigerten Führergewalt der Feldherren. Als Frevler,meint mit gutem Rechte Burckhardt, voller Äohn gegen dasKeilige, voller Grausamkeit und Verrat gegen die Menschen,lernen wir manche von ihnen kennen......Zugleich aber ent-wickelt sich in manchen die Persönlichkeit, das Talent, bis zurhöchsten Virtuosität und wird auch in diesem Sinne von denSoldaten anerkannt und bewundert; es sind die ersten Armeender neueren Geschichte, in denen der persönliche Kredit des An-führers ohne weitere Nebengedanken die bewegende Kraft ist.Glänzend zeigt sich das z. B. im Leben des Francesco Sforza ;da ist kein Standesvorurteil, das ihn hätte hindern können, dieallerindividuellste Popularität bei jedem einzelnen zu erwerbenund in schwierigen Augenblicken gehörig zu benutzen; es kamvor, daß die Feinde bei seinem Anblick die Waffen weg-legten und mit entblößtem Äaupt ihn ehrerbietigst grüßten,weil ihn jeder für den gemeinsamen ,Vater der Kriegerschaft'hielt" "5).
Was diese Bandenführer noch ganz besonders zu Anter-nehmern machte, war das Risiko, das sie übernahmen; war die