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Erster Abschnitt: Der Unternehmungsgeist
Nötigung, die für sie bestand, alles, was zur Durchführungeines Kriegszuges nötig war, selbst zu besorgen: von derWerbung der einzelnen Krieger an bis zu ihrer vollständigenEquipierung und Versorgung mit Waffen, bis zur täglichenÄerbeischaffung der Lebensmittel und der Bereitstellung dererforderlichen Anterkunftsmöglichkeiten.
Wie nahe aber die Eigenschaften, die den guten Feldherrnausmachen, verwandt sind mit denen, die wir als typischeLlnternehmertugenden kennen gelernt haben, das muß man indem schönen Kapitel bei Clausewitz nachlesen, das die Aber--schrift trägt: „Der kriegerische Genius" °°).
2. Die Grundherrschaft
Der kriegerischen Anternehmung gegenüber steht das Werkdes Friedens, die Grundherrschaften, die sich gleichen Schrittsmit jenen zu imposanten Organisationen auswachsen. Daß dieGrundherrschaften eine den europäischen Völkern während desMittelalters gemeinsame Erscheinung gewesen seien, die auf diegesamte Kulturentwicklung dieser Völker den allergrößten Einflußausgeübt haben, wird heute von niemand bestritten. (Was andem Problem der Grundherrschaft strittig ist: wie ihr numerischesVerhältnis zur Bauernwirtschaft, ihre Rolle, die sie in derRechtsentwicklung gespielt haben usw., kommt hier nicht inBetracht.) Sie tragen in allen europäischen Ländern, was ihreorganisatorische Struktur anbetrifft, ein ziemlich gleiches Gepräge:ob wir die Verfassung der Klöster Bobbio oder Farfa oderder Besitzungen der Patriarchen von Grado oder des Erz-bischofs von Ravenna in Italien; oder der Klöster Clairvaux oder Corbie oder St. Remy in Frankreich ; ob die des KlostersSt. Gallen in der Schweiz , oder der Klöster Prllm oderWeißenburg, oder der Domänen Karls des Großen, oder derAbteien Reichenau, oder Fulda, oder Lorsch , oder der Be-