Siebentes Kapitel: Die Grundtypen d, kapitalistischen Unternehmertums 87
frühzeitig durch Depositeneinlagen aufgebracht; die Kapitalien,die im Handel und in der Schiffahrt angelegt waren, kamen inFormen von Lommenäa-Einlagen oder durch Parthenrhederei,später durch Aktienzeichnung zusammen. Oder ein Unternehmerhatte auch selbst genug flüssige Mittel, um damit eine kapita-listische Wirtschaft zu führen. Die verschiedene Art und Weise,das Kapital zusammenzubringen, ist aber «zunächst wenigstens)nicht entscheidend für den Geist, in dem die Unternehmung ge-führt wird. Denn dieser wird nicht bestimmt durch die Geld-geber als solche, sondern durch den Unternehmer, der die Geld-beträge verwertet. Die Geldgeber sind oft eine ganz bunt zu-sammengewürfelte Gesellschaft.
Davon legen folgende beliebig herausgegriffene BeispieleZeugnis ab:
Bei den Peruzzi und Bardi hatte bei ihrem Bankerott(im 14. Jahrhundert) allein die Geistlichkeit 550000 fl. Depositen.Bei dem Bankerott der Scali und Amieri um 1328 wurdenmehr als 400 000 fl. Depositen verloren: „wer Geld in Florenz hatte, verlor", schreibt Villani. And Lastig hat mit einigerEinschränkung wohl recht, wenn er sagt "^): „Die Wechsel- undBankhäuser bildeten die Zentren des ganzen damaligen Wert-umlaufes und Werthandels. Bei ihnen legte der Private seinGeld nieder, um einen Ertrag zu erzielen . . . Anlage desGeldes im Äandelsgewerbe eines anderen war der übliche undvöllig legale Weg für Fruchtbarmachung des Kapitals" (lies:Geldbesitzes). Gewiß ist in den italienischen Städten auf solcheWeise auch manche kapitalistische Unternehmung fundiert worden,gerade wie später in den nordischen Städten mittelst der Depot-gelder der Äöchstetter u. a. „Zu Ambrosius Äöchstetter", lesenwir, „haben (seit Ende des 15. Jahrhunderts) Fürsten, Grafen ,Edelleute, Bürger, Bauern, Dienstknechte und Dienstmägde ge-legt, was sie an Geld haben, und er hat ihnen dafür fünf vom