88
Erster Abschnitt: Der Unternehmungsgeist
Hundert gezahlt. Viele Bauernknechte, die nicht mehr gehabthaben als 10 fl., die haben es ihm in seine Gesellschaft ge-gegeben ... So soll er eine Zeitlang eine Million Guldenverzinset haben . . . Damit soll er Warenbestände aufgekauftund Preissteigerungen erzielt haben" ^).
Der Bergbau wurde seit dem 15. und 16. Jahrhundert mitGeldern unterhalten, die aus aller Herren Länder, aus den ver-schiedensten sozialen Schichten zusammenströmten. Im Goslarer Bergbau wurden in den Iahren 1478—1487 Verträge ab-geschlossen, die sich auf Stollenanlagen beziehen, mit JohannThurzo, Bürger und Natsmann in Krakau , Nürnberger,Chemnitzer und Leipziger Bürgern^). Derselbe Thurzo hatteaber sein Geld auch angelegt im ungarischen Erzbergbau; nebenihm finden wir dort andere Krakauer Bürger, die Fugger u. a.,beteiligt^). Die holländischen Gläubiger des österreichischenStaates sind im 17. und 18. Jahrhundert die Verleger derNeusohler und Schmölnitzer Kupferbergwerke'"). Am Queck-silberbergwerk Idria sind fremde Kaufleute und Adlige be-teiligt^); ebenso am Salzbergwerk Wieliczka im 16. Jahr-hundert""), ebenso am Bergwerk in Schlackenthal ^), ebensoam Zinnbergbau in Cornwallis ^). Oder ein Erzbischof schießteine Summe vor, um die Fortsetzung des Goldbergbaues amRadhausberge im Salzburgischen zu ermöglichen °°). OderEisenhändler leisten die nötigen Vorschüsse, um die Stückhämmerin Kärnthen weiter betreiben zu lassen"'). Oder der Königvon Böhmen errichtet eine „Verlagskasse", um dem Joachims-thaler Bergbau aufzuhelfen^).
In der Textilindustrie, in der Galanteriewarenbranche, in derKleineisenindustrie sind es bald reich gewordene Handwerker,bald reiche Kaufleute, „Grossierer", die den Verlag bestreiken:„ein Grösster kann schwerlich ohne Verlegung einer Manufakturbleiben"'").