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Erster Abschnitt: Der Unternehmungsgeist
Das gilt schon für italienische Handelsgesellschaften desMittelalters, unter denen die genuesischen Maone hervorragen-Die berühmteste Maona, die von Chios , die 1347 begründetwurde und dann zweihundert Jahre hindurch das äominium utilenicht nur von Chios und Phokäa, sondern auch der InselnSamos, Nikäa , Önussa und Sa. Panagia innehatte, war imGrunde genommen nichts anderes als eine sanktionierte undsozusagen konsolidierte Räuberbande. Sie kam wie folgtzustande: eine von Privatreedern ausgerüstete Flotte hatteChios erobert. Bei ihrer Rückkehr verlangten sie, wie aus-bedungen war, von der Regierung 203000 Lire Ersatz. Dadie Negierung nicht zahlen konnte, so wurde am 26. Februar1347 diese Schuld in die Compera oder Maona Chii verwandelt.Zur Sicherung und zur Verzinsung der Schuld wurden dieGläubiger mit Chios und Phokäa belehnt^).
Gar erst die großen Kandelskompagnien des 16. und 17. Jahr-Hunderts waren nichts anderes als halbkriegerische, mit Äoheits-rechten und staatlichen Machtmitteln ausgestattete Eroberungs-gesellschaften; wiederum könnte man sagen, zu dauerndenOrganisationen umgeschaffene Freibeuterzüge. Der Seeraubalten Stils bildete bis tief ins 17. Jahrhundert hinein einender wichtigsten, ordentlichen Geschäftszweige dieser Gesellschaften.So rüstet die holländisch-westindische Kompagnie von 1623 bis1636 mit einem Aufwands von 4500000 Lire 800 Schiffe aus:sie kapert aber 540 Schiffe, deren Ladung nahe an 6 MillionenLire betrug; zu diesen fügt sie 3 Millionen hinzu, die sie durchRaub und Plünderung den Portugiesen abgenommen hatte ^°).In den Gewinn- und Verlustrechnungen der großen Kom-pagnien findet sich denn auch regelmäßig der Posten: Gewinnoder Verlust aus Kaperei oder Seeraub.
And auch der normale „Äandel" mit den Eingeborenen:war er etwas anderes als ein mit einem Mäntelchen verdeckter