Siebentes Kapitel: Die Grundtypend, kapitalistischen Unternehmertums gg
Raub, der an allen Ecken und Enden hervorlugte? Zwangs-Handel kann man allen Warenaustausch zwischen den Natur-Völkern und den Europäern in jener Zeit nennen. Nichtskennzeichnet besser die Art, in der hier der „Handel" betriebenwurde, als die Stimmung, in die er die Eingeborenen versetzte.Verzweiflung und Wut finden wir je nach der Veranlagungder Nassen als Grundstimmung immer wiederkehren. Die Be-wohner der Molukken vernichteten zum Teil selbst die Gewürz-bäume, die sie als Ursachen ihrer schweren Leiden ansahen.Meist aber mußte die Zitadelle die fremden Kaufleute vorder Rache der Eingeborenen schützen. „Vergäße man abendsdie Tore der Forts zu schließen, so würden vielleicht dieselbenIndianer, mit denen man am Tage .friedlich gehandelt', inder Nacht einbrechen und ihre Kaufleute morden": diesesStimmungsbild aus dem „Handelsgebiet" der Hudson-Bay-Company ^) könnte ohne weiteres auf den gesamten kolonialenHandel in seinen Ansängen übertragen werden. Wozu wäredenn auch sonst die durchgängig vorhandene militärische Aus-rüstung der großen Handelskompagnien erforderlich gewesen,von der wir Kunde haben?
Dieser militärische Apparat, der zur Beförderung desHandels aufgeboten wurde, war in der Tat gewaltig. Sohatten schon die Italiener in der Levante angefangen. „Als sehrbedeutend müssen wir uns nach der Schilderung Giov. Bembosdie venetianischen Besitzungen in Tana denken. Es war nämlichnicht bloß das von den Venetianern bewohnte Quartier in derStadt selbst mit Mauern und Türmen umgeben, sondern dieVenetianer besaßen auch ein eigenes Kastell mit zwei Türmenund von einem großen Graben umgeben, außerhalb der Stadtauf einer Anhöhe" . . .^).
Dasselbe Bild gewährt uns jede Handelsniederlassung im
16. oder 17. Jahrhundert. Von der holländischen Faktorei in
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