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Erster Abschnitt: Der Unternehmungsgeist
Bengalien z. B. wird uns berichtet: „Sie schaut eher wie einKastell aus, da sie umgeben ist von tiefen Gräben voll Wasser,mit hohen Steinwällen und Bastionen, die mit Kanonen gespicktsind" 8°). Die Stärke der militärischen Besatzung in den eng-lischen Kolonien während des 18. Jahrhunderts (1734) ist ausfolgenden Ziffern ersichtlich""): Jamaika : 7644 Weiße, davon3000 Mann Besatzung; 6 Forts; Barbados : 18295 Weiße;davon 4812 Mann Besatzung; 21 Forts; 26 Batterien mit463 Kanonen; Leewards Islands: 10262 Weiße; davonmilitia 3772.
Diesen kriegerischen, freibeuterischen Geist, der allem Äber-seeverkehr zugrunde lag, verkörpern denn auch die Männer, diewir an der Spitze dieser großen Äandelsunternehmungen finden.Es scheinen oft genug in den Anfängen Angehörige des Adelsgewesen zu sein, denen hier ein Ersatz sich bieten mochte fürdie verminderte Tätigkeit als Berufskrieger im Heimatlands.Wenigstens mußte die englisch -ostindische Kompagnie erst späterausdrücklich den Beschluß fassen, keinen Adligen mehr in ihrenDienst zu nehmen'").
Selbst in den holländischen Äandelskompagnien finden wirin der Mehrzahl Äelden und Abenteurer an der Spitze. Eswürde sich lohnen, eine Porträtgalerie der Generalgouverneureder holländisch-ostindischen Kompagnie hier einzufügen^): manwürde sehen, daß sie namentlich während des 17. Jahrhundertsalle nicht wie Wollhändler ausschauten, sondern den Typus desharten, unternehmenden Kriegers darstellen. Man denke anÄerrn Coen, der ja durch seine grausame Verwaltung sich be-sonderen Ruhm erworben hat. And dieser kriegerische Sinnder Gouverneure ihrer geliebten Kompagnie war doch nur derAusdruck der Gesamtstimmung selbst des holländischen Volkesin jener Zeit, die ein vortrefflicher Kenner uns wie folgtschildert"'):