Siebentes Kapitel: DieGrundtypend.kapitalistischenAnternehmertums Igl
„Namentlich im Anfang des 17. Jahrhunderts war dieStimmung (in K.) ungemein kriegerisch, da der Handel damals. . . mehr abenteuernd neu Entdecktes schnell ausbeutete, undwenn die großen Gewinste aufhörten, ebenso schnell sich nachanderen Gegenden wandte und auf neue Zweige sich verlegte,um dieselben auch auszunützen."
Handel (großen Handel) treiben hieß eben damals: Schiffeausrüsten und bewaffnen, Streiter anwerben, Länder erobern,die Einheimischen mit Flinten und Säbeln zu Paaren treiben,ihnen ihr Hab und Gut abnehmen, es auf die Schiffe ladenund im Mutterlande auf öffentlichen Auktionen an den Meist-bietenden versteigern; zwischendurch aber soviel fremde Schiffekapern, als die Gelegenheit gestattete. Der Geist also, der denHandel und alle Kolonialunternehmungen (soweit sie nicht dieAnsiedlung von Europäern zum Ziel hatten) erfüllte, war, denkeich, der Geist der Freibeuter. Es sei mir gestattet, noch einmaldas in letzter Zeit, seit ich's in meinem „Modernen Kapitalis-mus" angebracht hatte, etwas abgenutzte Zitat hier herzusetzen,das wirklich den ganzen Sinn der Sache in epigrammatischerKürze wiedergibt:
„Krieg, Handel und Piraterie,Dreieinig sind sie; nicht zu trennen."
Wobei Goethe aber bestimmt nicht an den sanften Schwagerseines Wilhelm gedacht hat, der schon von friedlicher Krämer-gesinnung trieft. Der Kapitalismus ist eben, das ist eine derwichtigsten Einsichten, die dieses Buch verbreiten soll, aus rechtverschiedenem Geiste geboren. Wir werden nun, nachdem wirdie kriegerische Wurzel bloßgelegt haben, die anderen Ent-stehungspunkte des kapitalistischen Geistes ebenso kennen lernenmüssen.