118 Erster Abschnitt: Der Anternehmungsgeist
Exempel für alle kommenden Generationen," wie er schreibt^),gemacht hat. Ich will daraus einige wenige Tatsachen mit-teilen.
Im Mittelpunkt des Interesses (in England ) stand natürlichdie Gründung der Südseekompagnie. Diese war zunächst nichtsanderes als eine der vielen Kolonialgesellschaften, die vorherschon bestanden hatte. Ihr Privilegium gab ihr das Recht desausschließenden Handels nach allen Plätzen an der Ostküste vonAmerika von dem Flusse „Aranoca" bis zur Südspitze desFeuerlands und an der Westküste vom Kap Äorn bis zumnördlichsten Teile Amerikas . Sie bekam auch alle Machtmittelübertragen wie die andern Gesellschaften.
Ihre Bedeutung für die Entwicklung des Kapitalmarktesund der Spekulationswut lag aber nicht eigentlich in ihremeigenen Gebaren als Spekulationsunternehmung. Sie dientenur dazu, eine latente Gründungsmanie gleichsam auszulösen.Das tat sie, wie bekannt, durch die Verquickung ihrer Geschäftemit den Staatsfinanzen. Der damals aufkommenden Sitte ge-mäß übernahm sie einen immer größeren Teil der englischenöffentlichen Schuld, indem sie nach und nach über 31000000 FAnleihen in Gesellschaftskapital verwandelte. Das bedeutetealso — und das ist die Pointe —, daß vielleicht der größteTeil des englischen Barvermögens, das bis dahin in fest-verzinslichen Papieren angelegt war, nun in dividendentragendes,der Agiotage zugängliches Kapital umgewechselt wurde. Welchespekulative Leidenschaft damals die geldbesitzenden Kreise erfüllte,zeigen die Kurse, zu denen der Amtausch der Rentenpapiereerfolgte. Bei der letzten Einlösung wurden die Aktien zu800 °/o zum Amtausch angeboten und angenommen. Am dieselbeZeit (August 1720) legte die Gesellschaft neue Aktien zum Kursevon 1000 °/o aus, um die sich die Käufer (bei 200 F Ein-zahlungsverpflichtung) noch immer rissen.