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Erster Abschnitt: Der Unternehmungsgeist
Schnittwarenhändler. Natürlich mußte eine Reihe glücklicherAmstände sich vereinigen, damit eine solche Metamorphose mög-lich war. Aber das interessiert uns hier nicht, wo wir nur dieTatsache festzustellen haben, daß die Metamorphose sich häufigvollzogen hat. Häufig, sage ich, ohne mehr als ein unbestimmtesGefühl als Grund für diese quantitative Bestimmung anführenzu können. In Wirklichkeit entzieht sich das Wieviel vollständigunserem Schätzungsvermögen.
Kaufleute sind aber auch noch auf einem anderen Wegekapitalistische Unternehmer geworden: durch Übergriffe in dasBereich der Güterproduktion. Das ist einer der wichtigsten(vielleicht numerisch der häufigsten) Fälle, in denen gewerblicheArbeiter (Handwerker oder auch bäuerliche Eigenproduzenten)durch reiche Leute mit Vorschüssen ausgestattet wurden, bis siezu reinen Lohnarbeitern in einer kapitalistischen Unternehmungherabgesunken waren: ist der wichtigste Fall des „Verlags".Wir sahen an einer anderen Stelle (siehe oben Seite 87 ff.), daßdie Geldgeber, die die Handwerker mit Barmitteln versahen,um ihnen die Weiterproduktion zu ermöglichen, sehr verschiedenensozialen Schichten angehörten. Zu eigentlichen „Verlegern",also zu kapitalistischen Unternehmern wurden sie jedoch in derRegel nur, wenn sie schon selbst Geschäftsleute waren. ZumTeil allerdings waren es reichere „Kollegen ", die zu Brotgebernder verarmten Handwerker sich aufschwangen.
Am nur ein paar frühe Beispiele anzuführen:
Die ^rte cZella l.ana äi ?iLa verbietet im 14. Jahrhundert, dem„Arbeiter" mehr als 25 Pfund in der Stadt, 50 Pfund in derLandschaft anzuvertrauen. Kein Lanaiuolo der Stadt Pisa soll eineWerkstatt errichten, in der er gegen Lohne (acl preZio) weben läßt,außer seiner eigenen.
In der Zunft der Wollscherer finden wir (1537) in England zwei Darlehen von 1l)l) und 5V M, die reichere an ärmere Hand-werker darleihen. Eine Reihe von Streitfällen betrifft diese Dar-