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Der Bourgeois : zur Geistesgeschichte des modernen Wirtschaftsmenschen / Werner Sombart
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1Z2 Erster Abschnitt: Der Unternehmungsgeist

Bis heute wohnt in den Syrern (Juden) ein solcher ein-geborener Geschäftseifer, daß sie des Gewinnes wegen dieganze Erde durchziehen; und so groß ist ihre Lust zu handeln,daß sie überall innerhalb des römischen Reiches zwischen Krieg,Mord und Totschlag Reichtümer zu erwerben trachten", sotrifft das den Nagel auf den Kopf und kennzeichnet mit epi-grammatischer Kürze die Stellung der Juden im Wirtschafts-leben der Völker:zwischen Krieg, Mord und Totschlag"suchen sie Reichtümer zu erwerben, während die anderen Völkerdiese durch Krieg, Mord und Totschlag zu erwerben trachten.Ohne Seemacht, ohne Kriegsmacht schwingen sie sich zu Herrender Welt auf, mittels derselben Kräfte, die wir in den Äändender Florentiner wirksam fanden: Geld - Verträge (d. h. Privat-Kaufverträge) Sachkunde. Alle Anternehmungen, die sie be-gründen, sind aus Äändlergeist geboren; alle Juden, die sich zukapitalistischen Anternehmern aufschwangen, stellen den Anter-nehmertyp der Kaufleute dar: deshalb war ihrer an dieserStelle zu gedenken.

Es erübrigt nun nur noch kurz den letzten Unternehmertypzu umreißen.

6. Die Handwerker

Das ist genau genommen ein Widerspruch in sich:derHandwerker": ein Typus des kapitalistischen Unternehmers.Aber ich finde keinen besseren Ausdruck, um das zu bezeichnen,was die Engländer treffend - NanuigLturer«, die Franzosen»fabricant« (im Gegensatz zu dem aus kaufmännischem Geistegeborenen »entrepreneur «) nennen. Also den herauf-gekommenen Handwerksmeister in der gewerblichen Produktions-sphäre, der seinen Betrieb in langjährigem, mühevollem Ringenzu einer kapitalistischen Unternehmung ausgeweitet hat: denMann mit den schwieligen Künden, dem viereckigen Kopfe, den