Achtes Kapitel: Die bürgerlichen Tugenden 14Z
Lehren des Meisters doch nicht behalten und befolgen, meinter: doch, wenn sie nur die Zeit richtig einteilten: „Wer keineZeit zu verlieren weiß, der kann beinahe jede Sache tun; undwer die Zeit gut anzuwenden versteht, der wird bald Äerr überjedes beliebiges Tun sein" ^).
Gianozzo gibt dann selbst Anweisungen, wie man die Zeitam besten einteilen und ausnutzen könne: „Am von dem so kost-baren Gute, der Zeit, nichts zu verlieren, stelle ich mir dieseRegel auf: nie bin ich müßig, ich fliehe den Schlaf und lege
mich erst nieder, wenn ich vor Ermattung umsinke..... Ich
verfahre also so: ich fliehe den Schlaf und die Muße, indemich mir etwas vornehme. Am alles in guter Ordnung zu voll-bringen, was vollbracht werden muß, mache ich mir morgens,wenn ich aufstehe, einen Zeitplan: was werde ich heute zu tunhaben? Viele Dinge: ich werde sie aufzählen, denke ich, undjeder weise ich dann ihre Zeit zu: dieses tue ich heute morgen,das nachmittags, das heute abend; und auf diese Weise voll-bringe ich meine Geschäfte in guter Ordnung, fast ohne Mühe----
Abends überdenke ich mir alles, ehe ich mich zur Ruhe lege,was ich getan habe. . . . Lieber will ich den Schlaf verlierenals die Zeit"^) ....
And so weiter in endlosen Wiederholungen (die eine rechteÖkonomisierung der Rede noch nicht erkennen lassen I).
Was aber wiederum eine Hauptsache für den Geschäfts--mann ist: Fleiß und Betriebsamkeit sind die Quellen desReichtums: .Die Gewinne wachsen an, weil mit der Aus-dehnung der Geschäfte auch unser Fleiß und unsere Arbeit sichvergrößern"
Zur Vervollständigung des vielleicht noch lückenhaften Bildes,das diese Auszüge aus unsrer besten Quelle von dem Geisteeines Florentiner „Bürgers" im 15. Jahrhunderts geben, will ichnoch eine lebendige Schilderung hier wiedergeben, die uns ein