Elftes Kapitel: Die Entwicklung in den einzelnen Ländern 189
listischer Kultur aus. Kein anderes Land ist bis heute so wenigvom Äauche des kapitalistischen Geistes berührt worden wieIrland . Sein Schicksal interessiert uns deshalb in diesem Zu-sammenhange auch nicht weiter.
England sind wir schon öfters im Verlaufe dieser Studienbegegnet: wir sahen, wie ein kräftiger Anternehmergeist, ausAbenteuerlust und Eroberungsdrang geboren, im 16. Jahr-hundert hervorbricht und gleichsam das Keroenzeitalter desKapitalismus in dem Lande begründet. Wir sahen den Grund-herrn am Werke, sich zum kapitalistischen Unternehmer um-zumodeln. Wir erlebten eine stürmische Periode spekulativerGründungen von allerhand Unternehmungen am Ende des 17.und zu Anfang des 18. Jahrhunderts mit. Wir erfuhren, wiesich bis zum Ende des 18. Jahrhunderts bürgerliche Tugendenund Nechenhaftigkeit zu hoher Blüte entwickelt hatten, daß sievorbildlich für rückständige Länder, wie Deutschland und Frank-reich , geworden waren. And wir wissen, daß der moderne Jn-dustrialismus seine Wiege in England hat.
Vom Ende des 17. Jahrhunderts an, insbesondere seit derVereinigung der beiden Königreiche wird dann der Gang derkapitalistischen Entwicklung Englands stark beeinflußt durch dieEntwicklung, die der kapitalistische Geist in dem NachbarlandeSchottland erfahren hatte.
In keinem Lande der Welt vollzieht sich dessen Geburt aufeine so seltsame Weise wie in Schottland . Nichts mußdenjenigen, der sich mit der Entstehung kapitalistischen Wesensbeschäftigt, mehr verwundern als die ganz abrupte Art, wie miteinem Knalle förmlich die Blüte des kapitalistischen Geistes indiesem Lande aufbricht und plötzlich, unvermittelt sich voll ent-faltet, wie die Blüte der Victoria re^ia über Nacht, mit einemSchlage.
Bis zum 17. Jahrhundert hatten die Schotten, wie wir an