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Der Bourgeois : zur Geistesgeschichte des modernen Wirtschaftsmenschen / Werner Sombart
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190 Dritter Abschnitt: Die nationale Entfaltung d- kapitalistischen Geistes

andrer Stelle sahen, einen ziemlich kümmerlichen Äandel mitden Nachbarländern fast ohne eigene Schiffahrt betrieben. Vonkapitalistischem Wesen waren sie ziemlich unberührt geblieben.Während des 17. Jahrhunderts änderte sich an diesem Zustanddes Wirtschaftslebens nicht viel. Dagegen erlebten sie eineungewöhnlich starke, religiöse Erhebung im Gefolge der Refor-mation. And nun gegen das Ende des 17. Jahrhunderts er-eignet sich jener plötzliche Ausbruch eines unzähmbaren Erwerbs-strebens und Anternehmungsgeistes. Das bestätigen uns zu vielglaubwürdige Zeugen, als daß wir an den Tatsachen selbstzweifeln dürfen.

Kier sind einige der Zeugnisse"^).

Bald nach der Revolution wurden die glühenden Gefühle(tne aräent feelinZs) des schottischen Volkes abgelenkt ausihren alten Kanälen religiöser Streitigkeiten und kriegerischerInteressen in der Richtung auf kommerzielle Anternehmungen",schreibt Burton. Llnter dem Jahre 1699 vermerkt Burnettin derGeschichte seiner eigenen Zeit":Koch und niedrig wardamals in Schottland von dem Wunsche beseelt, Geschäfte zutreiben" (ciesirous c»s AettiriA mW tracle). 1698 schreibtFletcher of Saltoun:Durch niemand gezwungen, vielmehrinfolge eines unvorhergesehenen und unerwarteten Wandels desVolksgeistes (b^ an unioregeen an6 unexpecteci LNsn^e oktne Zenius oi tnis Nation) sind alle ihre Gedanken undNeigungen, als ob sie von einer höheren Macht zusammen-gefaßt und geleitet wären, auf die Geschäfte gerichtet." Diepuritanischen Geistlichen waren entsetzt. Sie standen ratlos amAfer wie die Äenne, die die Entlein davon schwimmen sieht.1709 drückt der Prediger Robert Wodrow in seinen Briefendie Ansicht aus, daßdie Sünde unserer allzu großen Schwärmereifür wirtschaftliche Dinge (our too Zreat konäness ior tmäe),die so weit geht, daß sie uns die wertvollen Interessen ver-