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Der Bourgeois : zur Geistesgeschichte des modernen Wirtschaftsmenschen / Werner Sombart
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Elftes Kapitel: Die Entwicklung in den einzelnen Ländern Igj

nachlässigen läßt, uns beim jüngsten Gerichte angerechnet werdenwird." Als in demselben Jahre den Glasgowern einige Schiffegekapert werden, wünscht er, daß man drin eine Fügung Gotteserkennen möge:Ich bin sicher, unser Äerrgott blickt mit Miß-fallen auf unseren Äandel, seit er die Stelle der Religion ein-genommen hat" (tne l.c>rcZ is remarkabl^ krouninA upon ourtisäe ... 8MLe it was put in tne room c>k reli^ion).

Was das für ein Geist war, der da plötzlich hervorbrach,haben wir an anderer Stelle schon in Erfahrung gebracht. Daßer wesentlich zu der kapitalistischen Hochblüte beigetragen hat,die England und Schottland seit der Mitte des 18. Jahr-Hunderts erleben, ist unzweifelhaft sicher.

Wie nun aber ist der weitere Verlauf der Entwicklung deskapitalistischen Geistes in diesen Ländern gewesen. Wie stelltsich uns sein Bild in der Gegenwart dar, wenn wir esetwa vergleichen mit dem, das andere Länder wie z. B.Deutschland gewähren.

Da stimmen denn nun die Zeugnisse aller sachkundigen undurteilsfähigen Männer dahin überein, daß England heute ineinen Zustandkapitalistischer Erschlaffung"^) eingetreten ist.Diese äußert sich namentlich in folgenden Punkten:

1. Die Rationalität der Wirtschaftsführung hat aufgehört,eine absolute und zwingende zu sein. Der englische Unter-nehmer hat den Fortschritt, den wir beim deutschen sich voll-ziehen sehen, nicht mitgemacht: er hat die technische Wissen-schaft nicht in seinen Dienst genommen. Er ist auf technischemGebiete rückständig; die Anwendung der neuesten Methodenwird in England vielfach für unmöglich erklärt; bei der Lieferungdes Rohmaterials verabsäumt er eine Prüfung im Laboratoriumund verläßt sich ganz auf den Namen der liefernden Firma;auf seine veralteten Maschinenmodelle ist er stolz, statt sie zumalten Eisen zu werfen.