192 Dritter Abschnitt: Die nationale Entfaltung d. kapitalistischen Geistes
Äber eine analoge Irrationalität oder Traditionalis-mus auf dem Gebiete des Handels berichtet das Blau-buch vom Juli 1897. „Die Deutschen bringen ihre Warenzum Käufer, während der britische Kaufmann darauf wartet,daß der Käufer zu ihm kommt." Die britischen Agenten undReisenden leben auf zu großem Fuße. Der Engländer gestaltetdie Verpackung vielfach zu schwer und solide, der Ausländerdagegen leicht und gefällig. Der Engländer vernachlässigt denvon der Qualität unabhängigen »kimsk« insbesondere beibilligeren Gütern und geringeren Qualitäten. Er verlangtZahlung und trägt der Kreditbedürftigkeit der überseeischenKunden keine Rechnung. Er vernachlässigt die Reklame. Dieenglischen Waren sind oft zu gut und zu teuer. Der Engländernötigt seinen Geschmack dem Markte auf; er liefert vielfachentweder so, wie er es für richtig hält, oder gar nicht.
Auch eine gewisse Verknöcherung des Bankwesens wirdbeobachtet.
2. Der Unternehmungsgeist, das Interesse am Geschäft, dieArbeitslust verringern sich. Das alte du8iness-Ideal ver-schwindet und macht einer ganz neuen Orientierung des LebensPlatz. Die Freude am Luxus, an seigneurialer Lebensführung,vor allem am Sport, verbreitet sich immer mehr und lähmt diewirtschaftlichen Energien.
„In den Kreisen der ^Vi. I. l?. L. Member8 oi tke iclle, rickclas8) spielt der deutsche Bücherwurm eine gleich jämmerlicheRolle wie der höchstens als Schwiegervater brauchbare ameri-kanische Dollarkönig: wie verschieden sie beide sonst sein mögen,sie gehören zu den Dummen, welche arbeiten. Von dieserdereinst feudalen Auffassung ist heute die bürgerliche Oberschichtdes englischen Volkes durchseucht."
„Bezeichnenderweise tragen die beliebtesten Zweige desnationalen Sports einen stark plutokratischen Zuschnitt. — Sie