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Vierter Abschnitt: Der Bourgeois einst und jetzt
wir den scheuen müßten, der Äerr der Welten ist, und wasnützte uns das Geld, wenn wir nicht heiter auf zum Äimmelblicken könnten" °").
Diese letzten Bemerkungen weisen schon auf eine andereAnsicht hin, die wir bei den Bourgeois alten Stils ebenfallsallgemein verbreitet finden, und die seiner Erwerbstätigkeit eben-falls eine ganz bestimmte Färbung gibt: die Ansicht: nur aufanständige Weise -xinestsmente«, >none8tl^«, erworbener Reich-tum mache froh"^).
„Verkaufst du etwas um Gewinn, so höre das Lispeln desGewissens und begnüge dich mit einem mäßigen Gewinste:und mache dir die Unwissenheit des Käufers nicht zunutze" ^).
Man könnte nun vielleicht einwenden: solche weise Lehrenseien leicht geäußert. Sie drückten vielleicht nur die Auffassungder Stunden ruhigen Besinnens aus, sie seien vielleicht nur dieStimme des Gewissens, die in der Ruhe der Studierstube ver-nommen, im Lärm des Tages aber überhört wurde. Siehätten deshalb keine Beweiskraft. Einen solchen Einwandwürde ich zu entkräften versuchen mit dem Hinweis auf dieTatsache, daß
2. ihre Stellung zum Geschäftsleben selber, ihrBenehmen als Geschäftsleute, die Art und Weise ihrer Ge-schäftsführung, daß das, was man ihren Geschäftsstil nennenkönnte, durchaus von demselben Geist zeugen, aus dem jeneÄußerungen über den Sinn des Erwerbes geboren sind.
Das Tempo ihrer geschäftlichen Tätigkeit war noch ein ge-mächliches; ihr ganzes Gehaben ein geruhsames. Noch warkein Sturm in ihrem Tun.
Wir sahen, wie Franklin darauf bedacht war, seine Zeit sonützlich wie möglich zu verwenden, wie er den Fleiß als obersteTugend pries. And wie schaute sein Arbeitstag aus: sechsganze Stunden sind dem Geschäft gewidmet; sieben Stunden