Zwölftes Kapitel: Der Bourgeois alten Stils
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Kindheitsjahren des Kapitalismus einige gegenüberstelle aus derletzten Periode unsrer Epoche: man wird die Äbereinstimmungsofort erkennen. Benjamin Franklin und seine Verehrerlassen sich wie folgt vernehmen:
„Der Mann, dem Gott Reichtum und eine Seele verliehenhat, ihn recht zu gebrauchen, hat daran eine besondere und vor-zügliche Gnadenbezeugung erhalten."
Folgen Anweisungen, den Reichtum gut anzuwenden^"").
„Reichtum muß durch Fleiß und Geschicklichkeit beständigwuchern. Nie darf man ihn müßig liegen lassen; immer muß erdas Vermögen seines Besitzers vermehren und Glück weit undbreit verbreiten ....
Die Nichtbenutzung des Reichtums widerstreitet ebensowohlseiner Bestimmung, als dies gegen die Pflicht der Menschheitverstößt ....
Geld und Güter zu sammeln, ist verständig; aber sie zweck-mäßig zu gebrauchen, vernünftig. Nicht der Reichtum machtglücklich, sondern seine weise Anwendung, und was hülfe es demMenschen, wenn er alle Güter dieser Welt gewönne und nicht— ein Biedermann (!) wäre"^")?
„Reichtum gibt Ansehen, gewährt Zuversicht und schafftMittel (!) zu mancherlei nützlichen und ehrenvollen Anter-nehmungen ....
Der Reichtum verscheucht Sorgen, die Tag und Nacht anunserm Leben nagen. Äeiter sehen wir in die Zukunft, sobaldwir ein gutes Gewissen dabei bewahren. Dieses muß dieGrundlage jedes Erwerbes sein.
Immer richtig zu handeln und das Gute zu tun aus Ehr-furcht gegen Gott und aus Achtung gegen die Menschheit, gibtFreudigkeit zu jedem Unternehmen. Gott stets vor Augen undim Äerzen zu haben, nebst verständiger Arbeit, ist der Anfangzur Kunst, reich zu werden; denn was hülse aller Gewinn, wenn